Tamara Korpatsch: Mit Sabbel-Verbot an die deutsche Tennisspitze
Korpatsch: Mit Sabbel-Verbot an die deutsche Spitze

Tamara Korpatsch (31) hat beim Heimspiel am Hamburger Rothenbaum für eine Überraschung gesorgt. Die Hamburgerin steht als einzige Deutsche im Viertelfinale der „MSC Hamburg Ladies Open“ (Preisgeld: 247.674 Euro) und ist mit Weltranglisten-Position 81 aktuell die deutsche Nummer 1. Jahrelang stand sie im deutschen Damen-Tennis in der zweiten Reihe, erhielt keine Förderung vom DTB und sah sich stets von erfolgreicheren Spielerinnen überflügelt. Doch nun hat sie alle Zweifel ausgeräumt.

Neue Ruhe auf dem Platz

Ein Grund für den Aufschwung ist eine Veränderung in ihrer Spielweise: Korpatsch war früher dafür bekannt, während der Matches unentwegt mit sich selbst zu reden. Jetzt ist sie deutlich ruhiger. „Wir haben daran auf jeden Fall gearbeitet“, bestätigt die Lokalmatadorin vom Club an der Alster. Ihr Vater Thomas, der zu ihrem Team gehört, hatte stets einen prägnanten Rat: „Stell mal Radio Hamburg aus!“ Korpatsch scherzt: „Ich bin dann nicht mehr Radio Hamburg, ich glaube, ich habe gekündigt.“

Ganz abgestellt ist das Selbstgespräch jedoch nicht. „Ich bleibe in schwierigen Situationen bei mir und versuche, mir gut zuzureden oder mir zu sagen, was ich beim letzten Punkt falsch gemacht habe. Manchmal werde ich auch ein bisschen wütend“, gesteht sie. „Ich bin streng zu mir selbst. Aber es gibt auch Punkte, nach denen ich sage: ‚Das war richtig, weiter so.’“

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Positive Energie durch Hund Stella

Neben dem mentalen Training hat auch Maltipoo-Hündin Stella (sieben Monate) zu ihrer positiven Entwicklung beigetragen. „Sie hat dieses Jahr ganz viel neue Liebe und positive Energie in mein Leben gebracht“, sagt Korpatsch. Die Unterstützung von Familie und Hund half ihr, die Rückschläge der vergangenen Jahre zu verkraften.

Viertelfinale gegen Kalinina

In der Runde der letzten Acht trifft Korpatsch am Freitag zum ersten Mal auf die an zwei gesetzte Anhelina Kalinina (29) aus der Ukraine, die auf Platz 57 der Weltrangliste steht. Ein Sieg würde Korpatsch zum ersten Mal in ihrer Karriere in die Top 70 bringen. „Das wäre sicherlich auch eine Radio-Meldung wert“, sagt sie mit einem Lächeln. Die Hamburgerin hat bewiesen, dass sie mit Disziplin und einem klaren Kopf an die Spitze des deutschen Damentennis zurückkehren kann.

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