Podolski rechnet mit DFB-Profis ab – und warnt vor zu viel Klopp-Hoffnung
Podolski rechnet mit DFB-Profis ab – und warnt vor Klopp-Hype

Weltmeister Lukas Podolski hat in einem Interview mit BILDplus deutliche Kritik an der deutschen Nationalmannschaft geübt und vor überzogenen Erwartungen an den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp gewarnt. Podolski lobte Klopp als hervorragenden Trainer, betonte jedoch, dass ein Trainerwechsel allein nicht alle Probleme lösen könne. „Wir müssen aufpassen, dass wir jetzt nicht glauben, mit Jürgen Klopp ist automatisch alles wieder gut“, sagte Podolski.

Podolski: „Keine Typen! Keiner hilft dem anderen!“

Der 41-Jährige rechnete vor allem mit der Mentalität der aktuellen DFB-Profis ab. „In der Mannschaft fehlen Typen, die Verantwortung übernehmen. Es ist keiner da, der dem anderen hilft, der ihn antreibt“, kritisierte Podolski. Er vermisse Spieler mit Charakter und Führungsqualitäten, wie sie früher in der Nationalmannschaft selbstverständlich gewesen seien. „Früher hatten wir Führungsspieler wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger oder mich selbst. Heute sehe ich das nicht mehr“, ergänzte der Weltmeister von 2014.

Warum Deutschland auf wichtigen Positionen keine Weltklasse mehr hat

Podolski analysierte zudem die sportliche Situation: „Auf entscheidenden Positionen haben wir keine Weltklasse mehr. Wir haben gute Spieler, aber keine herausragenden.“ Er verwies auf Spanien, Argentinien und Frankreich, die in dieser Hinsicht besser aufgestellt seien. „Spanien hat junge, hungrige Spieler, die Weltklasse sind. Argentinien hat Messi und andere. Frankreich hat eine unglaubliche Tiefe im Kader. Da müssen wir hinkommen“, forderte Podolski.

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Podolski fordert neue Mentalität

Der ehemalige Stürmer, der 130 Länderspiele absolvierte, sieht die größte Baustelle in der Mentalität. „Es wird ohne eine neue Mentalität nicht gehen. Die Spieler müssen wieder bereit sein, alles für das Team zu geben – nicht nur für sich selbst“, erklärte Podolski. Er kritisierte auch die mangelnde Hilfsbereitschaft unter den Spielern: „Früher haben wir uns auf dem Platz geholfen, uns angeschrien, wenn es nötig war. Heute ist jeder mit sich selbst beschäftigt.“

Klopp als Hoffnungsträger, aber kein Allheilmittel

Trotz der Kritik zeigte sich Podolski optimistisch mit Blick auf die Zukunft unter Jürgen Klopp. „Jürgen ist ein Weltklasse-Trainer, das hat er überall bewiesen. Er kann eine Mannschaft formen und ihr eine Identität geben. Aber er braucht Zeit und die richtigen Spieler“, sagte Podolski. Er warnte jedoch davor, zu glauben, Klopp könne allein durch seine Anwesenheit die Probleme lösen. „Der DFB muss auch strukturell etwas ändern. Die Ausbildung, die Jugendarbeit – da muss mehr passieren. Sonst wird es auch mit Klopp schwer.“

Podolski appellierte abschließend an die Spieler: „Jetzt liegt es an den Jungs auf dem Platz. Sie müssen zeigen, dass sie das Trikot verdienen und bereit sind, für Deutschland zu kämpfen. Die Fans haben ein Recht darauf, eine Mannschaft zu sehen, die alles gibt.“

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