Die Sanierung des Augsburger Wahrzeichens Perlachturm wird sich bis Mitte 2028 verzögern und mit elf Millionen Euro rund zwei Millionen teurer ausfallen als ursprünglich geplant. Das teilte die Stadt Augsburg mit. Grund für die Verzögerung und Kostensteigerung sind unter anderem die Insolvenz eines beteiligten Unternehmens sowie erst während der Bauarbeiten entdeckte Schäden, die bis in den Zweiten Weltkrieg zurückreichen.
Weltkriegsschäden am Perlachturm entdeckt
Bei den laufenden Arbeiten am rund 70 Meter hohen Turm neben dem Renaissance-Rathaus stießen Fachleute auf Schäden, die bereits im Zweiten Weltkrieg entstanden waren. Diese wurden damals nur mangelhaft oder gar nicht repariert. Augsburg war während des Krieges großflächig bombardiert worden, das Rathaus wurde dabei zu einem großen Teil zerstört. Die nun entdeckten Mängel erfordern zusätzliche Restaurierungsmaßnahmen, was die Bauzeit verlängert.
Kostensteigerung um zwei Millionen Euro
Die Stadtverwaltung bezifferte die Gesamtkosten nun auf elf Millionen Euro, nachdem ursprünglich neun Millionen veranschlagt worden waren. Neben den Kriegsschäden trug auch die Insolvenz eines der am Bau beteiligten Unternehmen zur Verteuerung bei. Der Bund hatte für die Sanierung des denkmalgeschützten Turms bereits mehrere Millionen Euro bereitgestellt. Die Arbeiten waren ursprünglich bis Herbst 2027 geplant, nun wird mit einer Fertigstellung Mitte 2028 gerechnet.
Der Perlachturm: Ein Wahrzeichen mit tausendjähriger Geschichte
Der Perlachturm am Rathausplatz ist ein beliebter Aussichtsturm mit einer Geschichte, die mehr als tausend Jahre zurückreicht. Bereits im Jahr 989 soll an dem Standort ein 30 Meter hoher Wachturm errichtet worden sein. Später wurde der Turm umgebaut und aufgestockt. Sein heutiges Aussehen erhielt er Anfang des 17. Jahrhunderts. Die Sanierung soll die historische Substanz des Turms sichern und ihn für die Zukunft erhalten.



