20-Jähriger lockte Männer über Grindr in Falle und raubte sie aus
20-Jähriger lockte Männer über Grindr in Falle und raubte sie aus

Ein 20-jähriger Mann steht in Berlin vor Gericht, weil er über die Dating-App Grindr sieben Männer zu angeblichen Dates gelockt und sie dann ausgeraubt haben soll. Die Taten ereigneten sich zwischen November 2023 und Januar 2024. Der Angeklagte, Daniel F., soll gemeinsam mit einem unbekannten Mittäter gehandelt haben.

Opfer berichten von Hass und Gewalt

Ein 24-jähriger Zeuge schilderte vor dem Berliner Landgericht, wie er über die App kontaktiert wurde. „Doch dann kam der Mann, der mich über eine App angeschrieben hatte und mich treffen wollte, maskiert und bewaffnet an“, sagte er. Die Opfer wurden zu einem Treffen in ein Treppenhaus in Neukölln bestellt, wo sie von den Tätern mit Schusswaffe und Messer bedroht wurden. Die Täter forderten Bargeld und Wertgegenstände. In vier Fällen kam es zu Schlägen und Tritten, es gab zudem Demütigungen. Der Zeuge berichtete: „Im Treppenhaus sagte er, dass er Schwule hasst.“ Ein Opfer wurde gezwungen, vor laufender Handykamera abwertend über sich selbst zu sprechen, und dann brutal geschlagen.

Geständnis des Angeklagten

Daniel F. legte ein Geständnis ab. Er schilderte, wie er ein Fake-Profil auf Grindr erstellte. Maskiert hätten sie die Opfer bedroht, Handys abgenommen, Passwörter erfragt und Geld auf das PayPal-Konto seines Vaters transferiert. „Ich dachte, ich verprügle ihn einfach“, sagte er zu einem Vorfall. Auf die Frage, warum er homosexuelle Männer als Opfer wählte, antwortete er: „Jeder soll leben, wie er will. Mir ging es um Geld und um Opfer, die leicht zu überwältigen sind.“ Er gab an, die Taten begangen zu haben, um seinen Drogenkonsum zu finanzieren. Er habe täglich Kokain und Alkohol konsumiert.

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Beute von 7500 Euro

Die Anklage geht von einer Beute im Wert von insgesamt 7500 Euro aus. Die Opfer leiden unter Angst und einem starken Unsicherheitsgefühl. „Es holt mich immer wieder im Schlaf ein“, sagte der 24-jährige Zeuge. Der Prozess um besonders schwere räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung wird am 17. Juni fortgesetzt.

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