Berliner Jugendstadtrat schlägt Alarm: Bildungsnotstand in Marzahn-Hellersdorf
Im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf spitzt sich die Bildungssituation dramatisch zu. Immer weniger Jugendliche erreichen einen Schulabschluss, während der Förderbedarf steigt und das Personal knapp ist. Jugendstadtrat Gordon Lemm (SPD) zeigt sich tief besorgt: „Wir haben aktuell einen Bildungsnotstand im Bezirk.“
Die aktuellen Zahlen für das Jahr 2024 belegen die Misere: 13,8 Prozent der Schülerinnen und Schüler verließen die Schule ohne einen Abschluss. Weitere 21,4 Prozent beendeten ihre Schullaufbahn nach der 9. Klasse, ohne die Schule regulär abgeschlossen zu haben. Lediglich 22,8 Prozent der Jugendlichen absolvierten das Abitur. Damit liegt Marzahn-Hellersdorf in allen drei Kategorien auf dem letzten Platz im Berliner Vergleich.
Ursachen und Folgen des Bildungsnotstands
Die Gründe für die alarmierende Entwicklung sind vielfältig. Neben einem hohen Anteil an Schülern mit Förderbedarf fehlt es an ausreichend qualifiziertem Personal. Die Schere zwischen Anspruch und Realität klafft immer weiter auseinander. Lemm betont, dass die Situation nicht nur die betroffenen Jugendlichen, sondern die gesamte Gesellschaft negativ beeinflusst. „Ohne Abschluss haben junge Menschen kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt und sind oft von sozialer Ausgrenzung bedroht“, so der Stadtrat.
Forderungen an die Bildungspolitik
Um den Bildungsnotstand zu bekämpfen, fordert Lemm mehr Investitionen in die Schulen des Bezirks. Dazu gehören kleinere Klassen, mehr Sozialarbeiter und eine bessere Ausstattung der Bildungseinrichtungen. Auch die gezielte Förderung von benachteiligten Schülern müsse ausgebaut werden. Die Politik sei gefordert, endlich zu handeln, bevor die Situation vollends eskaliert.
Die Entwicklung in Marzahn-Hellersdorf ist ein Weckruf für die gesamte Stadt. Die Schere zwischen den Bezirken wird immer größer, und die Bildungschancen der Kinder hängen zunehmend vom Wohnort ab. Der Jugendstadtrat appelliert an den Senat, die Probleme ernst zu nehmen und die nötigen Mittel bereitzustellen.



