SPD-Kandidat Krach: Lehrer-Uni im Flughafen Tempelhof geplant
Krach: Lehrer-Uni im Flughafen Tempelhof

Der SPD-Spitzenkandidat für das Berliner Abgeordnetenhaus, Steffen Krach, hat seinen umstrittenen Vorschlag für eine eigenständige Universität zur Lehrerbildung präzisiert. Die neue Einrichtung mit dem Namen „School of Education“ könnte im historischen Gebäude des Flughafens Tempelhof untergebracht werden. Dies gab Krach in einem Interview mit dem Tagesspiegel bekannt.

Krachs Vision für die Lehrerbildung

Krach schwebt eine Reform der Lehrkräfteausbildung vor, die sich grundlegend von der bisherigen Praxis an den bestehenden Universitäten unterscheidet. Statt wie bisher an der Freien Universität, der Humboldt-Universität oder der Technischen Universität Berlin zu studieren, sollen angehende Lehrer künftig an einer speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Hochschule ausgebildet werden. „Wir brauchen eine moderne, praxisorientierte Ausbildung, die den Herausforderungen des Schulalltags gerecht wird“, so Krach.

Der Vorschlag hatte in der Bildungspolitik für erhebliche Diskussionen gesorgt. Kritiker befürchten eine Abwertung des Lehrerberufs und eine Spaltung der akademischen Ausbildung. Krach entgegnet: „Es geht nicht um Abwertung, sondern um Aufwertung. Eine eigene Universität signalisiert, wie wichtig uns die Lehrerbildung ist.“

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Standort Flughafen Tempelhof

Als möglichen Standort für die neue Hochschule brachte Krach den Flughafen Tempelhof ins Spiel. Das denkmalgeschützte Gebäude biete ausreichend Platz für Hörsäle, Seminarräume und Verwaltung. Zudem sei die zentrale Lage mit guter Verkehrsanbindung ideal für Studierende aus der gesamten Stadt. „Tempelhof ist ein Ort mit Geschichte und Potenzial. Eine Universität dort wäre ein starkes Symbol für Aufbruch und Innovation“, erklärte der SPD-Politiker.

Die konkrete Planung sieht vor, dass die „School of Education“ zunächst als eigenständige Fakultät oder Hochschule innerhalb des Berliner Hochschulsystems startet. Langfristig strebt Krach eine vollständige Unabhängigkeit von den bestehenden Universitäten an. Finanziert werden soll das Projekt aus Landesmitteln und möglicherweise auch durch private Sponsoren.

Reaktionen auf den Vorstoß

Die Reaktionen auf Krachs Vorstoß sind gemischt. Während die SPD den Plan als zukunftsweisend lobt, üben Oppositionsparteien und Bildungsverbände scharfe Kritik. Der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, warnte vor einer „akademischen Zweiklassenbildung“. Auch die Berliner Rektorenkonferenz zeigte sich skeptisch: „Die Lehrerbildung an den Universitäten hat sich bewährt. Eine Ausgliederung wäre ein schwerer Fehler“, so ein Sprecher.

Krach hingegen sieht in der Kritik vor allem Beharrungsvermögen. „Die aktuellen Strukturen sind nicht in der Lage, den Lehrermangel zu beheben und die Qualität der Ausbildung zu verbessern. Wir müssen neue Wege gehen“, betonte er. Ein konkretes Konzept für die „School of Education“ will Krach im Wahlkampf vorlegen. Die Entscheidung über die Umsetzung fällt nach der Wahl im September.

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