Der Lehrermangel in Brandenburg verschärft sich dramatisch. Vor dem neuen Schuljahr haben besorgte Eltern einen offenen Brief an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verfasst. Der Landeselternrat warnt darin, dass die Unterrichtsversorgung nach den Sommerferien an vielen Schulen nicht vollständig gesichert sei. Der Mangel an Pädagogen habe ein Ausmaß erreicht, das die Bildungschancen zahlreicher Kinder gefährde.
Bildungsminister räumt Probleme ein
Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) bestätigte die angespannte Lage. Bereits jetzt zeichneten sich Engpässe ab. Um den Unterricht dennoch aufrechterhalten zu können, müssten möglicherweise die Stundentafeln angepasst werden. „Wir werden das Ziel, die Stundentafel an allen Schulen zu sichern, im neuen Schuljahr nicht mehr überall erreichen“, sagte Hoffmann. Dies bedeute, dass der Kernunterricht ab August nicht flächendeckend gewährleistet sei.
Eltern fordern schnelle Lösungen
Der Landeselternrat zeigte sich tief besorgt: „Eltern fragen sich zunehmend, wie Unterricht, Förderung und Bildungsqualität unter diesen Bedingungen noch gewährleistet werden sollen.“ Die Nachrichten aus den Schulen machten vielen Eltern große Sorgen. Der Verband appelliert an die Landesregierung, rasch zu handeln.
Um dem Lehrkräftemangel entgegenzuwirken, plant die Koalition aus SPD und CDU die Schaffung von 250 zusätzlichen Stellen. Dies steht im Gegensatz zu früheren Sparmaßnahmen: Im Haushalt 2025 hatte die damalige SPD/BSW-Koalition aus Kostengründen 345 Vollzeitstellen gestrichen. Hoffmann setzt zudem auf flexible Einsätze der Lehrkräfte. „Wir versuchen zunächst, Umsetzungen auf freiwilliger Basis vorzunehmen“, erklärte der Minister. Ob dies ausreicht, um die drohenden Ausfälle zu kompensieren, bleibt abzuwarten.



