CSD Berlin 2026: Route, Sperrungen, Partys und Programm im Überblick
CSD Berlin 2026: Alle Infos zu Route, Sperrungen und Programm

Erstmals in seiner Geschichte findet der Berliner Christopher Street Day (CSD) an zwei Tagen statt. Am Freitag, 24. Juli, und Samstag, 25. Juli 2026, wird die größte Pride-Demonstration in der Hauptstadt erwartet. „Wir erwarten wieder Hunderttausende Menschen“, sagte Thomas Hoffmann, Mitglied im Vorstand des Berliner CSD, bei der Vorstellung des Programms.

Motto und politische Botschaft

Unter dem Motto „Haltung ist hot“ legt der CSD in diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt auf die Abgeordnetenhaus-Wahl am 20. September. Die Kampagne versteht sich als Antwort auf zunehmende Anfeindungen gegen queere Menschen sowie auf gesellschaftliche Polarisierung und den Druck auf demokratische Werte. „Wir lassen uns nicht zurückdrängen“, sagte Vorstandsmitglied Marcel Vorges. Es gehe darum, die Vielfalt zu schützen. Besonders junge Menschen sollen motiviert werden, bei der Wahl ihre Stimme abzugeben – erstmals dürfen in Berlin 16- und 17-Jährige das Landesparlament mitwählen.

Der CSD richtet sechs zentrale Forderungen an die zukünftige Landesregierung: Unterstützung für eine Bewerbung Berlins für den WorldPride 2032, Schutz und Ausbau queerer Räume und Infrastruktur, mehr Sicherheit und Schutz für queere Menschen, mehr Sichtbarkeit und Vielfalt in Bildungseinrichtungen, Ausbau queerer Gesundheitsangebote sowie eine verlässliche Finanzierung queerer Großveranstaltungen.

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Programm am Freitag: Drag March und Demokratieabend

Der CSD startet am Freitag, 24. Juli, um 17 Uhr mit einem Drag March. Organisiert wird er vom Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz und von Travestie für Deutschland. Start ist auf der Wiese vor dem Reichstagsgebäude (Platz der Republik, U-Bahnhof Bundestag). Die Route führt über die Scheidemannstraße, die Yitzhak-Rabin-Straße und die Straße des 17. Juni direkt zum Brandenburger Tor. „Drag gehört seit vielen Jahrzehnten zur queeren Geschichte und Gegenwart. Gerade deshalb ist es wichtig, Haltung zu zeigen und deutlich zu machen, dass Vielfalt, Freiheit und Demokratie zusammengehören“, so Hoffmann.

Zeitgleich findet der Dyke*March für lesbische Sichtbarkeit statt. Er startet um 17 Uhr am Roten Rathaus und zieht zum Oranienplatz. Um 18 Uhr beginnt auf der Bühne vor dem Brandenburger Tor der Demokratieabend mit politischen Gesprächen, Kultur und Live-Musik. Bis 23 Uhr treten unter anderem M¥SS KETA, Wilhelmine, Baran Kok, Marcella Rockefeller und Maximalismus auf, sowie ein musikalischer Überraschungsgast. Es moderieren Fabian Grischkat und Barbie Breakout. Zwei weitere Bühnen bieten Popmusik sowie Elektro und House.

Samstag: Große Demonstration und Route

Am Samstag, 25. Juli, wird um 11.30 Uhr die große Demonstration am Startpunkt Leipziger Straße / Ecke Charlottenstraße eröffnet. Reden halten neben dem CSD-Vorstand die queere Aktivistin Luna Möbius aus Sachsen-Anhalt sowie die Bundestagsabgeordneten Jan-Marco Luczak (CDU) und die Spitzenkandidat*innen für die Berlin-Wahl Steffen Krach (SPD), Werner Graf (Grüne) und Elif Eralp (Linke).

Um 12 Uhr startet die Demonstration. Die Route bleibt unverändert: Von der Leipziger Straße durch Mitte, über den Potsdamer Platz nach Schöneberg, vorbei am Nollendorfplatz und zur Straße des 17. Juni bis zur Siegessäule. Gegen 15.30 Uhr sollen die ersten Wagen dort ankommen. Einige Fahrzeuge fahren weiter zur Straße des 17. Juni in Richtung Brandenburger Tor.

Insgesamt sind 82 Fahrzeuge und 55 Fußgruppen angemeldet. Unter den Teilnehmern sind Unternehmen wie BVG, Sparkasse, Deutsche Bank und Rewe, queere Verbände wie die Schwulenberatung Berlin und Quarteera, die Queerbeauftragte der Bundesregierung Sophie Koch, der Berliner Senat, die Berliner Feuerwehr (175-jähriges Jubiläum) sowie politische Parteien: Grüne, Volt, CDU, SPD, FDP und Linke. Fußgruppen kommen von Hertha BSC, Puppy-Gruppen, Keshet und der britischen Botschaft.

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Abschlusskundgebung und Partys

Die große Abschlusskundgebung findet vor dem Brandenburger Tor statt. Von 16.30 Uhr bis Mitternacht gibt es Musik und Reden, unter anderem von Sophie Koch. Auf der Bühne stehen LUNA, Mariybu, Ebow, Selene, wavvyboi, Søren Torpegaard Lund, Louk Jones, das Theater des Westens, Karaoke Jesus, DUCTTAPE sowie FLOSS mit einem Madonna-DJ-Set. Auch hier gibt es einen Überraschungsgast. Moderieren werden Ricarda Hofmann und Jochen Schropp. Auf der Straße des 17. Juni gibt es sieben weitere Tanzbühnen – so viele wie nie zuvor.

Die offizielle CSD-Mainparty „House of Pride“ findet am Samstag ab 21 Uhr in den Aqua-Höfen (Ritter Butzke, Kreuzwerk, Modus Berlin) am Moritzplatz statt. Auf sieben Floors wird mehr als zwölf Stunden mit über 50 Künstler*innen gefeiert. Zwei offizielle FLINTA*-Partys gibt es: „Love Always Wins“ im Frannz-Club (Kulturbrauerei) und „Love is Love“ von „Girls Town“ im Maaya auf dem RAW-Gelände.

Verkehrssperrungen und Anreise

Bereits seit Mittwoch sind die Straße des 17. Juni zwischen Großer Stern und Brandenburger Tor, die Yitzhak-Rabin-Straße und die Ebertstraße zwischen Scheidemannstraße und Behrenstraße wegen Aufbauarbeiten gesperrt – bis Montagvormittag. Am Samstag gibt es Sperrungen entlang der Demonstrationsstrecke: Leipziger Straße ab 8 Uhr, Potsdamer Platz ab 11 Uhr, Nollendorfplatz ab 15 Uhr. U-Bahnhöfe am Nollendorfplatz, Bundestag und Brandenburger Tor können zeitweise geschlossen werden.

Die S-Bahn ist von Freitagabend bis Montagmorgen auf der Innenstadtstrecke zwischen Friedrichstraße und Bahnhof Zoo unterbrochen. Regionalzüge fahren nicht zwischen Ostbahnhof und Charlottenburg. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wird eingerichtet. Empfohlen werden die Ringbahn (S41/S42 zwischen Ostkreuz und Westkreuz), S15 (Berlin Hbf – Gesundbrunnen), U5 (Lichtenberg – Berlin Hbf), U2 (Alexanderplatz – Zoologischer Garten) und S1 (Friedrichstraße – Potsdam Hbf). Der CSD-Vorstand warnt, dass U-Bahnen voller werden könnten und Stationen früher schließen könnten.

Sonntag: Aufräumaktion und Frühstücksmarkt

Am Sonntag, 26. Juli, findet von 14 bis 17 Uhr der „After-CSD-Cleanup“ im Tiergarten statt. Treffpunkt ist an der Siegessäule. Die Markthalle Neun in Kreuzburg lädt von 10 bis 16 Uhr zum „CSD Breakfast Market“ ein.

Soul of Stonewall Award

Der Berliner CSD ehrt mit dem „Soul of Stonewall Award“ besondere Verdienste um die Gleichstellung queerer Menschen. In diesem Jahr werden Peter Plate und Ulf Leo Sommer (Lebenswerk), der BUTCH*WALK Berlin (Community & Sichtbarkeit) sowie die französischen Autoren Didier Eribon und Édouard Louis (Global Impact) ausgezeichnet. „Sie stehen für Mut, Sichtbarkeit und den Einsatz für Demokratie und Menschenrechte“, so Marcel Voges.