Ilsekiez: Bezirksamt stoppt Howoge-Bauvorhaben mit 237 Wohnungen
Ilsekiez: Bezirksamt stoppt Howoge-Bauvorhaben

Bezirksstadträtin stoppt Großprojekt im Ilsekiez

Im Berliner Ilsekiez im Ortsteil Karlshorst hat das Bezirksamt Lichtenberg die umstrittenen Baupläne der landeseigenen Wohnungsgesellschaft Howoge gestoppt. Die zuständige Bezirksstadträtin Camilla Schuler (Linke) erteilte dem Vorhaben eine Absage. Statt der geplanten elf Häuser mit 237 Wohnungen sollen lediglich zwei Gebäude im Innenhof entstehen dürfen. Dies berichtete der „Tagesspiegel“ zuerst.

Wende nach jahrelanger Planung

Die Howoge hatte Anfang 2023 Bauanträge für elf Häuser mit insgesamt 237 Wohnungen eingereicht. Der damalige Bezirksstadtrat Kevin Hönicke (SPD) hatte das Vorhaben zunächst genehmigt. Nun kippte seine Nachfolgerin Schuler die Pläne. Laut der Mitteilung von Schuler, aus der der „Tagesspiegel“ zitiert, kommen „lediglich zwei Häuser in Betracht“. Der Innenhof solle maximal mit zwei Gebäuden bebaut werden.

Einfügungsgebot als Begründung

Grund für die Kehrtwende sei die mangelnde Berücksichtigung des sogenannten Einfügungsgebots, so die Linke. Dieses regelt die bauliche Entwicklung in bestehenden Wohngebieten und soll Anwohnende vor unzumutbaren Beeinträchtigungen schützen. Die Bezirksstadträtin teilte der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Bauen mit, dass man künftig den Plan einer Randbebauung fortsetzen wolle. Die Anträge der Howoge wurden abgelehnt.

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Befürchtungen zu Verkehr und Versorgung

Die Linken befürchten, dass eine Umsetzung der ursprünglichen Pläne das Verkehrsaufkommen stark erhöhen würde. Es fehle an zusätzlichen Angeboten im öffentlichen Nahverkehr und der Nahversorgung, berichtet der „Tagesspiegel“. Konkret bedeutet dies: Für die potenziell neuen Mieterinnen und Mieter gibt es in der unmittelbaren Umgebung zu wenig Einkaufsmöglichkeiten. Zudem gebe es in der Nähe bereits weitere Wohnprojekte.

Howoge kann Widerspruch einlegen

Die Wohnungsgesellschaft Howoge kann gegen die Entscheidung des Bezirksamtes noch Widerspruch einlegen. Bei der Initiative „Rettet den Ilsekiez“ sorgt die Entwicklung bereits für Freude. Dort spricht man mit Blick auf die Kehrtwende von einem „Paukenschlag“. Die Initiative hatte sich seit langem gegen die Bebauung des grünen Innenhofs gewehrt.

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