Lebenserwartung in Deutschland: Spitzenreiter Baden-Württemberg und Bayern
Lebenserwartung in Deutschland auf Rekordniveau

Die Lebenserwartung in Deutschland hat neue Höchstwerte erreicht. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes werden im Jahr 2025 geborene Mädchen im Schnitt 83,6 Jahre alt, Jungen 79,1 Jahre. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Lebenserwartung bei Neugeborenen für Frauen um zwei Monate, für Männer um drei Monate. Die Daten lösen eine Debatte über eine mögliche Anhebung des Renteneintrittsalters aus, da die Menschen länger leben und somit länger arbeiten könnten.

65-Jährige haben höhere Lebenserwartung als Neugeborene

Interessanterweise haben 65-jährige Senioren eine höhere statistische Restlebenserwartung als Neugeborene. Eine 65-jährige Frau wird statistisch 86,2 Jahre alt, ein gleichaltriger Mann 83,2 Jahre. Dies liegt daran, dass sie die Risiken des frühen Lebensalters bereits überstanden haben. Bei den Männern sind die Rückgänge der Corona-Pandemie damit vollständig ausgeglichen, bei Frauen liegt die verbleibende Lebenserwartung noch knapp unter dem Vorkrisenniveau.

Süddeutschland führt, Osten und Bremen hinten

Die Lebenserwartung variiert stark zwischen den Bundesländern. Bei neugeborenen Jungen liegt Baden-Württemberg mit 80,3 Jahren an der Spitze, gefolgt von Bayern (79,7 Jahre) und Hessen (79,2 Jahre). Die niedrigsten Werte verzeichnen Sachsen-Anhalt (76,4 Jahre), Mecklenburg-Vorpommern (76,8 Jahre) und Bremen (77,2 Jahre). Bei Mädchen führt ebenfalls Baden-Württemberg mit 84,4 Jahren, dicht gefolgt von Sachsen (84,2 Jahre) und Bayern (84,0 Jahre). Am geringsten ist die Lebenserwartung im Saarland (82,0 Jahre), Bremen (82,3 Jahre) und Sachsen-Anhalt (82,5 Jahre).

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Bei den 65-Jährigen zeigt sich ein ähnliches Muster. Männer in Baden-Württemberg werden im Schnitt 83,9 Jahre alt, in Bayern 83,4 Jahre. Die niedrigsten Werte finden sich in Sachsen-Anhalt (81,8 Jahre), Mecklenburg-Vorpommern (82,2 Jahre) und Bremen (82,3 Jahre). Bei den Frauen liegt Sachsen mit 86,8 Jahren knapp vor Baden-Württemberg (86,75 Jahre). Die geringste Lebenserwartung haben Frauen im Saarland (85,3 Jahre), Nordrhein-Westfalen (85,6 Jahre) und Bremen (85,8 Jahre).

Ursachen für regionale Unterschiede

Die Unterschiede lassen sich nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Eine Rolle spielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lebensstil, Einkommen und Bildung. Wohlhabendere Bundesländer mit besserer medizinischer Versorgung und höherem Bildungsniveau schneiden tendenziell besser ab. Die neuen Zahlen dürften die Debatte über eine spätere Verrentung weiter anheizen, da die Rentenkommission kürzlich eine Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung vorgeschlagen hat.

Deutschland international im Mittelfeld

Trotz der Rekordwerte liegt Deutschland im internationalen Vergleich nicht an der Spitze. Laut einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) und des Max-Planck-Instituts ist der Abstand zu anderen westeuropäischen Ländern zwischen 2000 und 2022 sogar gewachsen. Dies zeigt, dass andere Länder bei der Steigerung der Lebenserwartung erfolgreicher waren.

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