Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben im Jahr 2025 trotz eines historischen Tiefstands bei den Mitgliederzahlen Rekordeinnahmen bei der Kirchensteuer erzielt. Wie die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) berichtet, nahmen die katholische und die evangelische Kirche insgesamt rund 13 Milliarden Euro an Kirchensteuern ein – etwa zwei Prozent mehr als im Vorjahr 2024. Die katholischen Bistümer kassierten dabei knapp sieben Milliarden Euro, die evangelischen Landeskirchen rund sechs Milliarden Euro.
Mitgliederzahl sinkt auf 44 Prozent der Bevölkerung
Gleichzeitig setzte sich der Mitgliederschwund fort. Im Jahr 2025 verloren die beiden Kirchen rund 1,1 Millionen Mitglieder, wobei mehr Protestanten als Katholiken austraten. Damit sind nur noch knapp 44 Prozent der Deutschen Mitglied in einer der beiden großen Kirchen. Der Anteil der Katholiken liegt bei 23 Prozent, der der Protestanten bei 21 Prozent. Bereits 2021 war der Gesamtanteil erstmals unter die 50-Prozent-Marke gefallen. Auch die Zahl der Taufen ging zurück; in den kommenden Jahren könnten beide Kirchen erstmals unter die Schwelle von 100.000 Taufen pro Jahr fallen.
Rekordeinnahmen trotz sinkender Mitgliederzahlen
Der Anstieg der Kirchensteuereinnahmen trotz sinkender Mitgliederzahlen ist auf steigende Löhne und Gehälter zurückzuführen, die die Bemessungsgrundlage für die Kirchensteuer erhöhen. Allerdings relativiert sich der nominale Rekord bei Berücksichtigung der Inflation: Inflationsbereinigt gehen die Einnahmen der Kirchen tatsächlich zurück, wie die KNA betont.
Weniger Gottesdienstbesucher, aber auch Rückkehrer
Die Bindung der verbleibenden Mitglieder an die Kirche nimmt weiter ab. An einem durchschnittlichen Sonntag besuchten 2025 nur noch 1,3 Millionen Katholiken die Messe – das entspricht rund sieben Prozent aller Mitglieder. Zum Vergleich: 1952 war noch die Hälfte der Katholiken regelmäßig im Gottesdienst. Bei den Protestanten lag der Anteil der Gottesdienstbesucher 2025 sogar nur bei 2,5 Prozent.
Positiv zu vermerken ist, dass es auch Rückkehrer gibt. Rund 8.000 Menschen traten in die katholische Kirche ein oder wurden wieder aufgenommen, fast 90 Prozent von ihnen waren zuvor evangelisch. Die evangelische Kirche verzeichnete rund 16.000 Aufnahmen. Beide Kirchen legten damit 2025 im Vergleich zum Vorjahr bei den Eintritten leicht zu.



