Eines Tages wollte John einfach nicht mehr Fahrrad fahren. Seine Mutter Christin Pannhausen dachte zunächst an Nachwirkungen einer Grippe, doch die Beschwerden wurden schlimmer. Der Zehnjährige klagte über starke Gliederschmerzen, die die ganze Familie nachts wachhielten. Von Februar bis April suchte die Mutter unzählige Potsdamer Ärzte und Notaufnahmen auf – eine genaue Zahl kann sie im Nachhinein nicht mehr nennen.
Die erschütternde Diagnose
Nach wochenlangem Hin und Her erhielt die Familie schließlich die niederschmetternde Nachricht: John hat Leukämie. Die Diagnose stellte das Leben der Familie auf den Kopf. „Wenn man mal auf so einer Station war, weiß man: Alle Betten sind belegt“, sagt Christin Pannhausen im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Die Kliniken seien überlastet, die Wartezeiten lang – ein Zustand, der für Familien in solchen Ausnahmesituationen besonders belastend sei.
Der Alltag auf der Krebsstation
Seit der Diagnose verbringt die Familie viel Zeit im Krankenhaus. John muss sich intensiven Chemotherapien unterziehen. Die Mutter berichtet von langen Tagen auf der Station, in denen sie und ihr Sohn zwischen Hoffnung und Angst schwanken. „Man lernt die anderen Familien kennen, alle kämpfen den gleichen Kampf“, so Pannhausen. Die Gemeinschaft unter den betroffenen Eltern sei zwar eine Stütze, doch der Druck sei enorm.
Der Gang an die Öffentlichkeit
Christin Pannhausen hat sich entschieden, die Geschichte ihres Sohnes öffentlich zu machen. Ihr Ziel: auf die Situation krebskranker Kinder und die Überlastung des Gesundheitssystems aufmerksam machen. „Wir wollen zeigen, was hinter den Kulissen passiert – nicht um zu klagen, sondern um zu sensibilisieren“, betont sie. Die Familie hofft auf mehr Unterstützung für betroffene Kinder und deren Angehörige.
Die Bedeutung von Früherkennung
Die Symptome von Leukämie sind oft unspezifisch: Müdigkeit, Gliederschmerzen, Fieber. Wie im Fall von John werden sie leicht mit einer Grippe verwechselt. Ärzte raten Eltern, bei anhaltenden Beschwerden hartnäckig zu bleiben und auf eine gründliche Untersuchung zu bestehen. „Wenn wir früher gewusst hätten, woran wir sind, hätte John vielleicht schneller Hilfe bekommen“, sagt die Mutter rückblickend.
Die Familie ist nun in einer spezialisierten Kinderkrebsklinik in Behandlung. Der Weg ist lang, aber die Eltern geben nicht auf. „Wir kämpfen für John – jeden Tag aufs Neue“, so Pannhausen. Die Geschichte der Familie steht exemplarisch für die Herausforderungen, denen sich viele Familien mit krebskranken Kindern gegenübersehen.



