Harald Martenstein, 72, verfasst die tägliche Kolumne in BILD und wendet sich diesmal in einem fiktiven Brief an den Fußballgott. Lange habe er an dessen Existenz gezweifelt, doch die laufende Weltmeisterschaft habe ihn eines Besseren belehrt. „Ich dachte, Du bist nur so eine Idee der Sportreporter. Aber bei dieser WM gibt es einen Fußballgottesbeweis nach dem anderen“, schreibt Martenstein.
Güte und Respekt für die Kleinen und Alten
Der Kolumnist betont, dass der Fußballgott gütig gewesen sei: Kleine Nationen wie Curaçao oder Kap Verde seien nicht untergegangen, sondern hätten Erfolgserlebnisse verbuchen können. Auch die älteren Spieler wie Ronaldo und Modric seien respektvoll verabschiedet worden – sie hätten zwar nicht mehr ihre alte Klasse gezeigt, aber eine Blamage sei ihnen erspart geblieben. Messi scheine der Fußballgott besonders zu mögen.
Alle drei Gastgeberländer hätten die Gruppenphase überstanden, was ebenfalls als Zeichen der Güte gewertet wird.
Gerechtigkeit gegen Trump und Paraguay
Vor allem aber sei der Fußballgott gerecht gewesen. Paraguay, das Martenstein als „unfaire Tretertruppe“ bezeichnet, habe von Frankreich seine gerechte Strafe erhalten: das Ausscheiden. Die Krönung des göttlichen Wirkens sei das 1:4 der USA gegen Belgien gewesen. „Keine knappe Niederlage, nein, eine Ohrfeige für Donald Trump“, schreibt Martenstein. Trump habe durch ein Telefonat mit dem Fifa-Chef versucht, die Regeln ändern zu lassen, doch dieses „diabolische Manöver“ sei nicht belohnt worden. Der US-Stürmer, der trotz einer Rotsperre habe antreten dürfen, sei verunsichert statt torhungrig gewesen.
Trump habe der US-Mannschaft geschadet, statt ihr zu nützen, so der Kolumnist. Er werde sich diese Lektion vermutlich nicht merken. Den Deutschen aber habe der Fußballgott die wertvolle Erkenntnis geschenkt, dass sie nicht mehr so gut seien, wie sie glauben.
Bitte um ein Traumfinale
Zum Abschluss äußert Martenstein eine Bitte: „Ist eine Bitte erlaubt? Ich bitte um ein Finale Frankreich gegen Argentinien.“
Harald Martenstein ist bekannt für seine tägliche Kolumne in BILD. Leser können ihm per E-Mail ihre Meinung mitteilen oder Fehler im Artikel melden.



