In Conegliano Veneto in der Provinz Treviso sorgt eine Pizzeria mit einer ungewöhnlichen Kleiderregel für Aufsehen. Restaurantbesitzer Stefano Durante hat ein Schild vor seinem Lokal „Al Saporoso“ aufgestellt, das Männern das Tragen von Unterhemden verbietet. „Keine Männer in Unterhemden“, steht auf der Tafel, die in sozialen Netzwerken tausendfach geteilt wurde. Hintergrund ist ein konkreter Vorfall, wie Durante erklärt.
Vorfall führte zu neuem Dresscode
„Vor wenigen Tagen sind zwei italienische Touristen in Unterhemden in mein Lokal gekommen und haben an einem Tisch Platz genommen, während sich in dem Lokal überwiegend Frauen aufhielten. Die Kleidung fand ich nicht angemessen. Ich fühlte mich verpflichtet einzugreifen und bat die beiden Gäste, in einen separaten Raum im Inneren des Lokals umzuziehen“, sagt Durante. Einer der Touristen wies ihn darauf hin, dass es bislang kein Schild am Eingang gegeben habe, das Unterhemden verbiete. „Er hatte recht“, räumt der Pizzeria-Besitzer ein. Daraufhin holte er eine Tafel aus dem Lager und brachte den Hinweis vor dem Restaurant an, um ähnliche Situationen künftig zu vermeiden.
Wirt: „Mein Lokal ist ein eleganter Ort“
Für Durante geht es um Respekt gegenüber anderen Gästen. „Mein Lokal ist ein eleganter Ort, an dem Menschen zu Abend essen. Deshalb gehört eine angemessene Kleidung dazu. Mit Unterhemd und Badeschlappen geht man heute nicht einmal mehr an einen Strandkiosk – erst recht nicht in ein Restaurant in der Stadt, wo man dicht neben anderen Gästen sitzt. Ein gepflegtes Erscheinungsbild ist das Mindeste, was man in einem öffentlichen Lokal erwarten kann“, so Durante. Das sei keine moralische Frage, sondern eine des guten Geschmacks. Nach dem Gespräch habe er den beiden Urlaubern sogar noch einen Digestif angeboten. „Sie haben meinen Standpunkt verstanden und wir haben uns in Freundschaft verabschiedet“, erzählt Durante.
Breitere Diskussion um Kleidung im italienischen Sommer
Die Initiative reiht sich in eine breitere Diskussion über angemessene Kleidung im italienischen Sommer ein. In mehreren beliebten Badeorten gelten bereits Vorschriften gegen zu viel Freizügigkeit im öffentlichen Raum. Seit dem 29. Juni 2026 ist es etwa in Varenna am Comer See verboten, mit freiem Oberkörper oder in Badekleidung durch den Ort zu spazieren – Outfits, die eigentlich den Stränden oder Bootsfahrten vorbehalten sind. Wer sich nicht daran hält, riskiert ein Bußgeld zwischen 50 und 200 Euro. Bereits im Sommer 2022 verhängte die Küstenstadt Sorrent im Südwesten Italiens, an der Bucht von Neapel, Geldstrafen für das oberkörperfreie Herumlaufen in Badekleidung. Der damalige Bürgermeister bezeichnete dieses Verhalten als „weitverbreitet und ungebührlich“ – es schade dem Image der Stadt.



