Rassistische Parolen auf Sommerfest: Abiturient von Stuttgarter Schule verwiesen
Rassistische Parolen: Abiturient von Stuttgarter Schule verwiesen

Beim Sommerfest der Merz Schule in Stuttgart sind rassistische Parolen laut geworden. Wie der Schulleiter Frederik Merz dem SWR bestätigte, stimmten Schüler in der Schlussphase der Party die Rufe „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ an. Der DJ habe die Musik sofort gestoppt, als er die Parolen hörte, doch eine kurze Dynamik sei entstanden.

Schulleiter zeigt sich bestürzt

Ein frisch gebackener Abiturient, der die Parolen angestimmt hatte, wurde direkt zur Rede gestellt und des Platzes verwiesen. Er habe in den Tagen danach sofort Reue gezeigt und der Vorfall sei ihm extrem peinlich gewesen, so Merz. Auch Schüler mit Migrationshintergrund hätten mitgesungen. Der Schulleiter zeigte sich maximal erstaunt, dass offenbar kein Bewusstsein mehr dafür vorhanden sei, was mit solchen Aussagen angerichtet werde. „Diese Rufe passen überhaupt nicht zu uns als Schule mit dem internationalen Hintergrund, den wir haben“, betonte er.

Betroffenheit unter Schülern

In jeder Klasse der Merz Schule sind Kinder mit Migrationshintergrund vertreten. Die Bestürzung in der Schülerschaft sei daher groß gewesen, erklärte Merz. Die Schulleitung habe sich klar positioniert: Solche Parolen seien mit den Werten der Schule nicht vereinbar. Der Schulleiter wünscht sich zudem eine gesellschaftliche Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit und den Beginn der Volksverhetzung.

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Keine strafrechtliche Relevanz

Die Polizei teilte mit, dass nach bisherigen Erkenntnissen keine strafrechtliche Relevanz vorliege. Ein Polizeisprecher betonte jedoch: „Wenngleich das Ganze natürlich massiv geschmacklos ist.“ Der Vorfall erinnert an rassistische Gesänge auf Sylt im Jahr 2024, bei denen ebenfalls die Parole „Ausländer raus! Deutschland den Deutschen!“ gerufen wurde. Die damaligen Verfahren wurden größtenteils eingestellt.

Landesverband distanziert sich

Der Verband deutscher Privatschulen Baden-Württemberg e. V. (VDP BW) distanzierte sich von dem Vorfall. „Für Diskriminierung und extremistisches Gedankengut ist an unseren Schulen kein Platz“, hieß es in einer Stellungnahme. Präsident Michael Büchler betonte: „Wenn Schüler rassistische Parolen anstimmen, verletzt das nicht nur Menschenrechte und Würde, sondern verlangt eine sofortige, konsequente Reaktion.“ Der Verband zeigte sich überzeugt, dass der Schulträger die Vorfälle lückenlos aufkläre. Rassistische Entgleisungen spiegelten eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung wider, die auch vor Schultüren nicht haltmache.

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