Krim installiert Festnetztelefone für Notrufe wegen Stromausfällen
Krim installiert Festnetztelefone für Notrufe

Die russisch kontrollierte Krim hat öffentliche Telefonzellen für Notrufe bei Polizei und Rettungsdienst eingerichtet. Diese bieten eine Alternative zur Mobilfunkkommunikation, die aufgrund häufiger ukrainischer Angriffe oft gestört ist. Die Stadtverwaltung von Jewpatorija an der Westküste der Krim gab an, in der gesamten Stadt Telefone für Notrufe installiert zu haben. Ein Reuters-Reporter bestätigte die Existenz mehrerer solcher Telefone.

Bewohner begrüßen die Maßnahme

„Wenn sie bei Stromausfällen funktionieren – und ich wünsche mir, dass niemand sie jemals brauchen wird –, sind sie als zusätzliche Schutzmöglichkeit sehr gut“, sagte Maria Uschakowa, eine Anwohnerin aus Jewpatorija. Die Telefone sind mit einem Hinweiszettel versehen, der die Bewohner über die gebührenfreie Notrufnummer informiert. Auch in Dschankoj im Norden der Krim wurden laut der „Moscow Times“ solche Telefone bereitgestellt.

Stromausfälle und Treibstoffengpässe belasten die Krim

Die Krim, ein beliebtes Urlaubsziel, leidet unter erheblichen Stromausfällen und Treibstoffengpässen. Letztere wurden durch ukrainische Drohnenangriffe auf Lieferketten und Ölraffinerien in Russland verursacht. Die Folgen sind weitreichend: Sommercamps für Kinder mussten abgesagt werden, Cafés haben verkürzte Öffnungszeiten und der öffentliche Nahverkehr fährt seltener.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Der von Russland eingesetzte Krim-Verwalter Sergei Aksjonow erklärte laut „Moscow Times“, es sei derzeit unmöglich, genaue Stromversorgungspläne für die Halbinsel zu erstellen. Er verkündete zudem die Reduzierung der Straßenbeleuchtung in allen Gemeinden und die Lieferung von Generatoren an Siedlungen, in denen die Stromausfälle länger als zwölf Tage andauerten.

Ukrainische Angriffe auf die Krim

Die Ukraine hat wiederholt Militärstützpunkte und Kraftwerke auf der Krim angegriffen. Russland hatte die Halbinsel 2014 erobert und einseitig annektiert, ein Schritt, der international weitgehend nicht anerkannt wird. Die Ukraine, die selbst ständig russischen Raketen- und Drohnenangriffen ausgesetzt ist, erklärte, sie wolle die Krim isolieren und Moskaus Kriegsanstrengungen untergraben.

Zivile Opfer bei Angriffen

Am Mittwoch teilten die lokalen Krim-Behörden mit, dass bei einem nächtlichen Drohnenangriff auf die südliche Stadt Jalta 17 Zivilisten verletzt worden seien. Ein Wohnhochhaus wurde getroffen. Sowohl Russland als auch die Ukraine bestreiten, gezielt Zivilisten anzugreifen. Faktisch hat Russland jedoch weit mehr Zivilisten getötet und verletzt als die Ukraine.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration