Die Huthi-Rebellen im Jemen haben nach eigenen Angaben zwei saudische Öltanker angegriffen. Die Schiffe mit den Namen ENCELA und LAYLIA hätten eine von der Gruppe verhängte Seeblockade verletzt, teilten die vom Iran unterstützten Rebellen mit. Eine Stellungnahme Saudi-Arabiens liegt zunächst nicht vor. Die Huthi hatten am Montag eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt.
USA starten zwölfte Angriffswelle gegen den Iran
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben neue Angriffe gegen militärische Ziele im Iran gestartet. Diese hätten um 17.30 US-Ostküstenzeit (1.00 Uhr Ortszeit im Iran) begonnen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit. Ziel sei es, die Fähigkeiten des Irans weiter zu schwächen, um die Bedrohung für Handelsschiffe und zivile Seeleute zu verringern. Es ist die zwölfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angriffen.
Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump bei einer Veranstaltung in Marietta im US-Bundesstaat Georgia betont, dass der Iran aus seiner Sicht noch nicht bereit für einen Deal sei. Immer wenn Teheran einen Kompromiss schließe, wollten sie ihn danach wieder ändern, kritisierte Trump. „Sie sind noch nicht bereit. Sie werden aber sehr bald bereit sein“, betonte er – was als indirekte Drohung interpretiert werden konnte.
Iran droht mit Vergeltung und Blockade der Ölexporte
Der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf drohte im Konflikt mit den USA, die Ölexporte anderer Länder der Region zu verhindern, wenn der Iran selbst kein Öl exportieren könne. Es gehe in diesem Krieg um alles oder nichts, schrieb er auf X. „Wenn der Iran sein Öl nicht verkaufen kann, wird niemand sonst in der Region sein Öl verkaufen können.“
Wenn die Sicherheit des Irans nicht gewährleistet sei, werde keine Infrastruktur sicher sein. Mit Blick auf die für den weltweiten Ölhandel wichtige Straße von Hormus fügte er hinzu, die Sicherheit der Meerenge hänge davon ab, dass keine amerikanischen Streitkräfte dort stationiert sind. Der Iran habe wiederholt erklärt, dass die Lage dort nicht wieder so werde wie vor dem Krieg.
Nach der jüngsten Drohung von US-Präsident Donald Trump mit Angriffen auf Brücken oder Kraftwerke im Iran kündigte Teheran Vergeltung an. „Unsere Verteidigungsdoktrin ist klar: Auge um Auge“, schrieb Außenminister Abbas Araghtschi auf X. „Jede Aggression gegen den Iran, einschließlich unserer Infrastruktur, wird eine mächtige und entschiedene Antwort erzwingen.“ Wer dazu in welcher Form auch immer beitrage, werde ebenfalls als legitimes Ziel angesehen.
Wirtschaftliche Folgen: Gaspreis auf höchstem Stand seit Kriegsbeginn
Der Referenzpreis für Gas (TTF) liegt mittlerweile auf dem höchsten Niveau seit Ausbruch des Kriegs. Eine Megawattstunde zur Lieferung im August kostet am Mittwochnachmittag bis zu 63 Euro. Ende Juni lag der Preis noch an der Marke von 40 Euro. Der Preis für Brent-Öl zur Lieferung im August liegt derweil auf dem höchsten Stand seit Mitte Juni. Das hohe Niveau der Energiepreise schürt erneute Ängste vor einem Preisschock. Da Europa netto Energie importiert, schlagen die hohen Preise unmittelbar auf die Inflation durch. Im Juni war die Teuerungsrate noch unerwartet stark gefallen, auf 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Eine Eskalation im Krieg zwischen den USA und dem Iran droht der Weltbank zufolge die globale Wirtschaft in eine schwere Krise zu stürzen. Das weltweite Wachstum könnte auf 1,3 Prozent einbrechen, sagte Weltbank-Chefökonom Indermit Gill in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. 2025 legte das globale Bruttoinlandsprodukt noch um 2,9 Prozent zu. Sollte sich der Konflikt ein halbes Jahr oder länger hinziehen, könnte dies zudem die Inflationsrate auf 4,5 Prozent treiben. In der Folge würden auch die Zinsen steigen.
Weitere Entwicklungen im Konflikt
US-Außenminister Marco Rubio warnte vor einer Ausweitung des iranischen Raketen- und Drohnenarsenals. Diese Geschosse seien „genau die Art von konventionellem Schild, hinter dem sie sich verstecken wollten, um ein Atomprogramm zu verfolgen“, sagte er auf den Philippinen. Diese Fähigkeit sei zwar „stark geschwächt“. Doch in einem Jahr hätte der Iran über genug Raketen für so einen Schutzschild verfügt. Rubio sagte, die USA seien weiter offen für Verhandlungen, doch die Iraner schienen „nicht ernsthaft daran interessiert zu sein“.
Das bulgarische Parlament erlaubte dem US-Militär die Nutzung eines Luftwaffenstützpunktes für Einsätze im Nahen Osten. Die Abgeordneten billigten am Mittwoch mit klarer Mehrheit einen entsprechenden Vorschlag der Regierung. Danach dürfen ab Freitag bis zum 1. Oktober bis zu acht amerikanische KC-135-Tankflugzeuge sowie 250 Militärangehörige und Ausrüstung auf dem Stützpunkt Besmer stationiert werden.
Nach einer Warnung der jemenitischen Huthi-Miliz vor dem Anlaufen saudiarabischer Häfen haben weitere Tanker im Roten Meer ihren Kurs geändert. Zwei Schiffe steuern nun den Suezkanal an, während zwei weitere offene Gewässer als Ziel angeben, wie aus Schiffsortungsdaten von LSEG und MarineTraffic hervorgeht. Ein fünftes Schiff, ein Fahrzeugtransporter, scheint zudem im Golf von Aden abgedreht zu haben, nachdem es zuvor den saudischen Hafen Dschidda als nächstes Ziel gemeldet hatte.
Pakistan drohte mit einem Militäreinsatz im Huthi-Konflikt. Man behalte sich auch den Einsatz von Gewalt vor, um eigene Interessen zu schützen, hieß es in einer Stellungnahme des pakistanischen Außenministeriums. Die Atommacht Pakistan unterhält mit Saudi-Arabien ein weitreichendes Militärbündnis.



