Adolf Seger, eine der prägendsten Figuren des deutschen Ringkampfsports, ist tot. Der mehrfache Welt- und Europameister starb im Alter von 81 Jahren, wie sein Umfeld bestätigte. Seger, der in den 1970er-Jahren zu den bekanntesten Sportlern Deutschlands zählte, wurde im Volksmund oft als „stärkster Briefträger Deutschlands“ bezeichnet, da er seinen Lebensunterhalt als Postbote verdiente – ein Beruf, den er trotz seiner sportlichen Erfolge nicht aufgab.
Vom Briefträger zum Weltmeister
Geboren 1945 in Freiburg im Breisgau, begann Seger früh mit dem Ringen. Sein Durchbruch gelang ihm 1975, als er in Minsk (UdSSR) den Weltmeistertitel im freien Stil bis 74 kg gewann. Zwei Jahre später wiederholte er diesen Erfolg in Lausanne. Hinzu kamen Europameistertitel 1975 und 1977. Bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal holte er die Bronzemedaille. Insgesamt bestritt Seger über 400 Kämpfe und gewann mehr als 90 Prozent davon.
Bescheidenheit als Markenzeichen
Trotz seiner Erfolge blieb Seger bodenständig. Er arbeitete weiterhin als Briefträger bei der Deutschen Bundespost, was ihm Sympathien weit über die Sportwelt hinaus einbrachte. In einem Interview sagte er einmal: „Ich war immer stolz auf meinen Beruf. Das Geld war nie mein Antrieb, sondern die Freude am Sport und an der Bewegung.“ Diese Haltung machte ihn zu einem Vorbild für viele junge Athleten.
Ein Leben für den Ringkampf
Nach dem Ende seiner aktiven Karriere blieb Seger dem Ringen verbunden. Er trainierte den Nachwuchs beim ASV Freiburg und engagierte sich im Deutschen Ringer-Bund. 2016 wurde er für seine Verdienste mit dem Goldenen Ehrenring des Deutschen Ringer-Bundes ausgezeichnet. Seger starb am 6. Juli 2026 in seiner Heimatstadt Freiburg. Die Ringer-Gemeinde trauert um eine Legende, die den Sport über Jahrzehnte geprägt hat.



