Alleinerziehende Haushalte in Deutschland sind einem fast zweieinhalbfach höheren Armutsrisiko ausgesetzt als Paarhaushalte mit Kindern. Laut dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden waren zuletzt 28,9 Prozent der Menschen in Alleinerziehenden-Haushalten armutsgefährdet, während es bei Paaren mit Kindern nur 12,0 Prozent waren. Die geplante Kürzung des Unterhaltsvorschusses durch die Bundesregierung könnte die Situation weiter verschärfen.
Reform bedroht 373.000 Jugendliche
Der Reformvorschlag sieht vor, dass künftig nur noch Kinder unter 16 Jahren Anspruch auf Unterhaltsvorschuss haben sollen. Bisher liegt die Altersgrenze bei 18 Jahren. Von dieser Änderung wären laut Statistischem Bundesamt 21,2 Prozent der Alleinerziehenden-Familien betroffen. Im Jahr 2025 waren 373.000 Kinder von Alleinerziehenden 16 oder 17 Jahre alt und würden ihren Anspruch verlieren, sofern die Reform umgesetzt wird.
Zahlen zur Alleinerziehenden-Situation
2025 lebten rund 1,62 Millionen Alleinerziehende in Deutschland, was knapp jeder fünften Familie mit minderjährigen Kindern entspricht. Zehn Jahre zuvor waren es noch 1,65 Millionen, der Anteil lag damals bei 20,5 Prozent – leicht höher als 2025. Insgesamt wuchsen 2,36 Millionen Kinder unter 18 Jahren mit nur einem Elternteil auf, das sind 16,8 Prozent aller Minderjährigen.
Alleinerziehende sind weiterhin überwiegend Frauen: 84,4 Prozent der Alleinerziehenden mit Kindern unter 18 Jahren waren Mütter. Der Anteil der Väter stieg jedoch von 11,1 Prozent im Jahr 2015 auf 15,6 Prozent im Jahr 2025.
Politische Kontroverse um die Kürzung
Die geplante Reform hat eine politische Debatte ausgelöst. Die Opposition kritisiert die Kürzung scharf, während die SPD ablehnt und die CDU uneinig ist. Die geplanten Einschnitte könnten die finanzielle Lage vieler Alleinerziehenden weiter verschlechtern und das ohnehin hohe Armutsrisiko noch erhöhen.



