Für Millionen Menschen gehört Kaffee zum Morgen einfach dazu. Jetzt liefern neue Studien gute Nachrichten für alle Fans des Heißgetränks: Regelmäßiger Kaffeekonsum könnte nicht nur wach machen, sondern auch Leber, Herz und Gehirn schützen. Verblüffend: Selbst entkoffeinierter Kaffee zeigt offenbar in einigen Bereichen positive Effekte.
Beeindruckende Ergebnisse für die Leber
Besonders beeindruckend sind die Ergebnisse für die Leber, berichtet „The Times“ aus London. Die bislang größte Untersuchung zu diesem Thema begleitete rund 355.000 Erwachsene über 13 Jahre. Das Ergebnis: Kaffeetrinker hatten weniger Fett in der Leber, geringere Entzündungswerte und insgesamt bessere Leberwerte als Menschen, die keinen Kaffee tranken. Noch ein Plus: Wer besonders viel Kaffee konsumierte, hatte zudem ein deutlich geringeres Risiko für Leberzirrhose und Leberkrebs.
Kaffee bremst Entzündungen und fördert die Darmgesundheit
Kaffee kann offenbar noch mehr als nur munter machen. Wissenschaftler gehen laut „Times“ davon aus, dass Pflanzenstoffe im Kaffee entzündungshemmend wirken. Das könnte das Risiko für viele Krankheiten senken. In jeder Tasse stecken mehr als 1000 verschiedene Inhaltsstoffe. Einige davon fördern offenbar nützliche Darmbakterien. In einer Studie hatten Kaffeetrinker eine deutlich vielfältigere Darmflora. Außerdem wurde ein geringeres Risiko für Darmkrebs beobachtet.
Schutz fürs Gehirn und Herz
Auch das Gehirn könnte vom täglichen Kaffee profitieren. Mehrere Untersuchungen bringen moderaten Kaffeekonsum mit einem geringeren Demenzrisiko und besseren geistigen Leistungen im Alter in Verbindung. Koffein dürfte dabei eine Rolle spielen – aber offenbar nicht die einzige. Auch das Herz könnte Kaffee danken. Wer täglich zwei bis drei Tassen trinkt, hatte in einer großen britischen Studie ein um 10 bis 15 Prozent geringeres Risiko für Herzkrankheiten, Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen. Experten führen das unter anderem auf die gefäßschützenden Polyphenole im Kaffee zurück.
Vielleicht sogar ein längeres Leben
Kaffee könnte sogar Einfluss auf das biologische Alter haben, schreibt die „Times“. Einige Forscher vermuten, dass das Getränk den Alterungsprozess verlangsamen könnte. Studien zu den Schutzkappen unserer Erbinformation (Telomere) geben Hinweise darauf. Längere Telomere gelten als Zeichen einer langsameren biologischen Alterung.
Aber Vorsicht!
Nicht jeder Kaffee bringt automatisch gesundheitliche Vorteile. Viel Zucker, Sirup oder Sahne in Kaffeespezialitäten können die positiven Effekte teilweise wieder zunichtemachen. Für die meisten gesunden Erwachsenen sind drei bis vier Tassen Kaffee pro Tag laut Experten unbedenklich.



