Sex in den Wechseljahren: Gynäkologin verrät Hormon-Geheimnis
Sex in den Wechseljahren: Hormon-Geheimnis der Gynäkologin

Viele Frauen leiden jahrelang unter Schlafproblemen, Erschöpfung und Lustverlust, ohne die Ursache zu kennen. Die Star-Gynäkologin und Bestseller-Autorin Sheila de Liz erklärt, welche Warnsignale auf die Wechseljahre hindeuten – und warum ein Männerhormon für manche Frauen zum echten Gamechanger werden kann.

Die Wechseljahre: Ein natürlicher Prozess mit vielen Gesichtern

Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase im Leben jeder Frau, die meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr beginnt. In dieser Zeit sinkt die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron allmählich ab. Dies kann zu einer Vielzahl von Beschwerden führen, die von Frau zu Frau unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Typische Symptome sind Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und eine nachlassende Libido. Viele Frauen sind sich jedoch nicht bewusst, dass diese Beschwerden auf die Wechseljahre zurückzuführen sind und leiden oft jahrelang, ohne eine geeignete Behandlung zu suchen.

Warnsignale erkennen und richtig deuten

Laut Sheila de Liz gibt es bestimmte Warnsignale, die Frauen frühzeitig auf die Wechseljahre aufmerksam machen können. Dazu gehören unregelmäßige Menstruationszyklen, plötzliche Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen, Trockenheit der Scheide und ein nachlassendes sexuelles Verlangen. „Viele Frauen denken, dass diese Symptome einfach zum Älterwerden dazugehören und ertragen sie still“, erklärt die Gynäkologin. „Dabei gibt es wirksame Behandlungsmöglichkeiten, die die Lebensqualität enorm verbessern können.“

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Hormontherapie: Der Schlüssel zu mehr Wohlbefinden

Eine der effektivsten Methoden zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden ist die Hormontherapie. Dabei werden dem Körper die fehlenden Hormone in niedriger Dosierung zugeführt. Dies kann in Form von Tabletten, Pflastern, Gelen oder Vaginalzäpfchen erfolgen. Die Hormontherapie hilft nicht nur gegen Hitzewallungen und Schlafstörungen, sondern kann auch das sexuelle Verlangen steigern und die Scheidentrockenheit reduzieren. Allerdings ist die Hormontherapie nicht für jede Frau geeignet und sollte immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Testosteron: Ein Gamechanger für die Libido

Besonders interessant ist die Rolle von Testosteron, das gemeinhin als männliches Sexualhormon bekannt ist. Auch Frauen produzieren Testosteron, allerdings in geringeren Mengen. Mit zunehmendem Alter sinkt auch die Testosteronproduktion bei Frauen, was zu einem Nachlassen der Libido führen kann. „Testosteron kann für manche Frauen in den Wechseljahren ein echter Gamechanger sein“, sagt Sheila de Liz. „Es steigert nicht nur das sexuelle Verlangen, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden und die Energie.“ Die Anwendung von Testosteron bei Frauen ist jedoch noch nicht für alle Indikationen offiziell zugelassen und sollte daher nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Ganzheitliche Ansätze für ein erfülltes Sexualleben

Neben der Hormontherapie gibt es auch andere Maßnahmen, die Frauen in den Wechseljahren helfen können, ein erfülltes Sexualleben zu führen. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Stressabbau und eine offene Kommunikation mit dem Partner. Auch Gleitmittel und lokale Östrogenpräparate können bei Scheidentrockenheit helfen. „Sexualität ist ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität, und es ist nie zu spät, etwas dagegen zu tun“, betont die Gynäkologin.

Fazit: Die Wechseljahre als Chance begreifen

Die Wechseljahre müssen nicht das Ende des erfüllten Sexuallebens bedeuten. Mit der richtigen Behandlung und einer positiven Einstellung können Frauen auch in dieser Lebensphase intensive und befriedigende sexuelle Erfahrungen machen. Sheila de Liz ermutigt Frauen, offen über ihre Beschwerden zu sprechen und sich professionelle Hilfe zu suchen. „Die Wechseljahre sind eine Chance, sich neu zu entdecken und die Sexualität bewusster zu erleben“, so die Expertin.

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