Viele Menschen fragen sich, ob der Genuss von Süßigkeiten direkt zu Diabetes führt. Die kurze Antwort lautet: Nein, aber es ist komplizierter. Der Newsletter „Gut zu wissen“ (ehemals „Elementarteilchen“) widmet sich diesmal der Frage nach dem Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und der sogenannten Zuckerkrankheit.
Wie entsteht Typ-2-Diabetes?
Typ-2-Diabetes entsteht in erster Linie durch eine Kombination aus genetischer Veranlagung, Übergewicht und Bewegungsmangel. Zucker allein ist nicht der alleinige Auslöser, aber ein hoher Zuckerkonsum kann zu Übergewicht führen – und das wiederum erhöht das Risiko für Diabetes. Laut der Deutschen Diabetes Gesellschaft haben über 80 Prozent der Menschen mit Typ-2-Diabetes Übergewicht oder Adipositas.
Der Körper produziert zunächst mehr Insulin, um den Blutzucker zu regulieren. Mit der Zeit werden die Zellen jedoch unempfindlicher gegenüber Insulin – es kommt zur Insulinresistenz. Die Bauchspeicheldrüse kann den erhöhten Bedarf irgendwann nicht mehr decken, und der Blutzucker steigt dauerhaft an.
Kann sich Diabetes umkehren lassen?
Ja, in manchen Fällen ist eine Remission möglich. Studien zeigen, dass eine deutliche Gewichtsabnahme – etwa durch eine kalorienreduzierte Ernährung oder eine Magenverkleinerung – den Blutzuckerspiegel normalisieren kann. Die DiRECT-Studie aus Großbritannien belegte, dass fast die Hälfte der Teilnehmer nach einem Jahr ohne Diabetes-Medikamente auskam. Voraussetzung ist eine frühe Diagnose und eine konsequente Lebensstiländerung.
Allerdings gilt dies nicht für alle Betroffenen. Bei Menschen mit langjährigem Diabetes oder einer stark eingeschränkten Insulinproduktion ist eine Umkehrung unwahrscheinlicher. Ärzte betonen, dass eine Remission nicht mit Heilung gleichzusetzen ist – die Erkrankung kann bei Gewichtszunahme zurückkehren.
Was Deutschland von Dänemark und den Niederlanden lernen kann
Ein weiteres Thema des Newsletters ist die Düngung mit Gülle. Deutschland hat Probleme mit zu hohen Nitratwerten im Grundwasser. Dänemark und die Niederlande setzen bereits strengere Regeln um: Dort müssen Landwirte Gülle in den Boden einarbeiten statt sie oberflächlich auszubringen, was die Ammoniakemissionen reduziert. Zudem gibt es Obergrenzen für die Ausbringungsmenge pro Hektar. Laut Umweltbundesamt könnte Deutschland durch Nachahmung dieser Maßnahmen die Nitratbelastung deutlich senken.
Das familiäre Erbe der NS-Zeit
Der Newsletter beleuchtet auch, wie die NS-Vergangenheit in Familien bis heute nachwirkt. Viele Nachkommen von Tätern und Mitläufern leiden unter Schweigen und Schuldgefühlen. Psychologen empfehlen eine offene Auseinandersetzung, um die transgenerationale Weitergabe von Traumata zu durchbrechen.
Besserer Geschmack für alkoholfreien Wein
Alkoholfreie Weine haben oft einen faden Geschmack. Neue Verfahren wie die Vakuumdestillation oder die Umkehrosmose ermöglichen jedoch, den Alkohol zu entziehen, ohne die Aromen zu zerstören. Hersteller berichten von einer steigenden Nachfrage, vor allem bei jungen Konsumenten. Der Markt für alkoholfreie Weine wuchs 2025 um 15 Prozent.
Der Newsletter „Gut zu wissen“ erscheint wöchentlich und beantwortet Alltagsfragen. Wenn Sie weitere Themenvorschläge haben, schreiben Sie an gutzuwissen@spiegel.de.



