Marius Borg Høiby, der wegen zweifacher Vergewaltigung und Gewalt gegen eine Ex-Freundin zu vier Jahren Haft verurteilt wurde, darf die Untersuchungshaft vorerst im Hausarrest mit einer elektronischen Fußfessel verbringen. Das entschied das zuständige Gericht in Oslo am 13. Juli 2026. Die Untersuchungshaft des 29-Jährigen wird damit für vier Wochen fortgesetzt, jedoch unter der Auflage, dass er sich in einem Nebengebäude der königlichen Residenz Skaugum aufhalten muss, wo seine Mutter, Kronprinzessin Mette-Marit, mit ihrem Mann Kronprinz Haakon und den gemeinsamen Kindern lebt.
Staatsanwaltschaft kündigt Beschwerde an
Die Staatsanwaltschaft hatte gefordert, dass Høiby weiterhin in regulärer Haft bleibt, da die Polizei die Gefahr weiterer Straftaten sieht. Høiby hatte mehrfach gegen ein Kontaktverbot zu seiner Ex-Freundin verstoßen. Die Staatsanwaltschaft kündigte laut der norwegischen Zeitung „Verdens Gang“ und des Rundfunks NRK bereits Beschwerde gegen die Entscheidung an. Høibys Anwalt Petar Sekulic zeigte sich zufrieden: „Das ist eine Option, mit der er in den nächsten Wochen leben kann, und dann werden wir sehen, was danach passiert.“
Hintergrund: Verurteilung und Berufung
Høiby war vor wenigen Wochen zu vier Jahren Haft verurteilt worden, unter anderem wegen zwei Vergewaltigungen nach norwegischem Recht und Gewalt gegen eine Ex-Freundin. Er saß seit Prozessbeginn im Februar in Untersuchungshaft und hatte mehrfach Freilassung beantragt, um Zeit mit seiner schwer lungenkranken Mutter verbringen zu können, war jedoch stets gescheitert. Gegen das Urteil hat Høiby Berufung eingelegt; ein möglicher Berufungsprozess könnte im kommenden Jahr stattfinden. Ob er bis dahin in Haft oder Hausarrest bleibt, ist unklar.
Hausarrest in der königlichen Residenz
Norwegische Medien gehen davon aus, dass Høiby den Hausarrest in einem Nebengebäude der Residenz Skaugum verbüßen kann. Der als „Bonusprins“ bekannte Sohn der Kronprinzessin entstammt einer früheren Beziehung Mette-Marits vor ihrer Ehe mit Kronprinz Haakon und gehört nicht dem Königshaus an. Die Entscheidung des Gerichts erlaubt ihm, seiner Mutter in ihrer schweren Krankheit nahe zu sein, während er gleichzeitig unter strenger Überwachung steht.



