Fast zwei Jahre nach dem tödlichen Vorfall in Viareggio hat ein italienisches Gericht die Betreiberin eines Strandbads zu 18 Jahren Haft verurteilt. Die Frau hatte im Sommer 2024 einen mutmaßlichen Handtaschendieb mit ihrem SUV überfahren und dabei getötet.
Hintergrund der Tat
Der Vorfall ereignete sich im Juli 2024 in der toskanischen Küstenstadt Viareggio. Die 52-jährige Geschäftsfrau hatte nach eigenen Angaben beobachtet, wie ein Mann einer Touristin die Handtasche stahl. Sie verfolgte den Dieb mit ihrem Geländewagen und überfuhr ihn. Der 35-jährige Mann erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen.
Rechtliche Würdigung
Die Staatsanwaltschaft warf der Angeklagten Totschlag vor. Die Verteidigung plädierte auf Notwehr oder zumindest auf eine geringere Strafe, da die Frau aus einem spontanen Impuls gehandelt habe. Das Gericht folgte dieser Argumentation jedoch nicht und verurteilte sie wegen vorsätzlicher Tötung. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Frau den Dieb absichtlich überfahren habe, um ihn zu bestrafen.
Reaktionen auf das Urteil
Das Urteil hat in Italien für geteilte Reaktionen gesorgt. Während einige Bürger die harte Strafe begrüßen, da Selbstjustiz nicht toleriert werden dürfe, zeigen andere Verständnis für die Tat der Geschäftsfrau. Die Angeklagte selbst zeigte sich vor Gericht reumütig. Ihr Anwalt kündigte an, in Berufung zu gehen.
Der Fall hatte international für Schlagzeilen gesorgt und eine Debatte über das Verhältnis von Selbstjustiz und Verhältnismäßigkeit ausgelöst. In Viareggio, einem beliebten Touristenziel, war die Sicherheitslage nach dem Vorfall Thema in der lokalen Politik.



