Sozialausgaben in Deutschland steigen auf 32 Prozent des BIP
Sozialausgaben erreichen 32 Prozent des BIP

Die Sozialausgaben in Deutschland sind im Jahr 2025 erneut gestiegen: um rund sechs Prozent auf 1,43 Billionen Euro. Das geht aus dem „Sozialbudget 2025“ des Bundessozialministeriums hervor. Der Anteil der Sozialausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte um 0,7 Prozentpunkte auf 32 Prozent zu. Ein höherer Wert wurde zuletzt nur im ersten Jahr der Coronapandemie verzeichnet. Damit fließt fast ein Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung in Sozialleistungen wie Rente, Gesundheit, Pflege und ähnliche Bereiche.

Debatte um Sozialreformen könnte an Fahrt gewinnen

Die aktuellen Zahlen dürften die Diskussionen über Sozialreformen im Herbst befeuern. Nach der Sommerpause plant die Bundesregierung, strukturelle Reformen insbesondere bei der Rente und der Pflege anzugehen. Die Kosten des Sozialstaats werden von Beitragszahlern, Staat und Arbeitgebern getragen. Der größte Anteil entfällt mit 34,5 Prozent auf die Sozialbeiträge der Arbeitgeber – ein Plus von 0,3 Prozentpunkten gegenüber 2024. Der staatliche Anteil sank um 0,6 Punkte auf 32,8 Prozent, während der Beitrag der versicherten Arbeitnehmer um einen halben Prozentpunkt auf 31 Prozent anstieg.

Alter und Gesundheit dominieren die Ausgaben

Die beiden größten Posten im Sozialbudget sind die Ausgaben für Alter und Hinterbliebene sowie für Krankheit und Invalidität, die jeweils rund 564 Milliarden Euro betragen. Allerdings stiegen die Gesundheitsausgaben mit gut sieben Prozent deutlich stärker als die für das Alter (fünf Prozent). Der drittgrößte Posten sind Leistungen für Kinder, Familien und Mutterschaft mit 162 Milliarden Euro, ein Anstieg um 4,5 Prozent. Steuervorteile durch das Ehegattensplitting sind hier nicht enthalten, da sie nicht als Sozialleistung gelten. Laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) kostet das Splitting den Staat derzeit etwa 25 Milliarden Euro pro Jahr, wovon über 90 Prozent der Ehepaare mit Kindern profitieren.

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Bürgergeld: Ausgaben sinken trotz schwacher Konjunktur

Weniger Geld floss hingegen in das Bürgergeld, das 2025 nach intensiven Debatten zu einer neuen Grundsicherung reformiert wurde. Die Ausgaben sanken von 58,2 Milliarden Euro auf 57,5 Milliarden Euro. Das Ministerium führt dies unter anderem darauf zurück, dass die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsempfänger trotz schlechter Konjunktur um 91.000 Personen zurückging. Insgesamt, einschließlich Kinder, waren es 185.000 Personen weniger als im Vorjahr. Zudem sei es gelungen, mehr Empfänger in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Historischer Vergleich: Quote steigt seit Jahrzehnten

Zum Vergleich: In den 1960er-Jahren lag die Sozialleistungsquote noch bei weniger als 20 Prozent. Bis zur Wiedervereinigung stieg sie auf ein Viertel des BIP und hat seither tendenziell weiter zugelegt. Die Ausgaben der Arbeitslosenversicherung stiegen im gleichen Umfang auf knapp 48 Milliarden Euro. Deutlich mehr Geld gaben auch die gesetzliche Krankenversicherung (plus 7,7 Prozent) und die staatliche Pflegeversicherung (plus 11,2 Prozent) aus. Zusammengerechnet mit privaten Versicherungen wird damit mehr als jeder zehnte erwirtschaftete Euro für Gesundheit und Pflege aufgewendet.

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