Badeverbot an beliebtem Teneriffa-Strand wegen E. coli-Bakterien
Badeverbot an Teneriffa-Strand wegen E. coli

Am beliebten Strand von El Médano im Süden Teneriffas ist das Baden vorerst verboten. Grund sind erhöhte Konzentrationen des Darmbakteriums Escherichia coli (E. coli), die bei einer Wasseruntersuchung festgestellt wurden. Die Gemeinde Granadilla de Abona ließ den Strand deshalb vorsorglich sperren und hisste die rote Flagge.

Neue Wasserproben zur Überprüfung der Sicherheit

Nach Angaben der Gemeindeverwaltung werden nun neue Wasserproben entnommen und untersucht. Erst wenn die Analysen bestätigen, dass die Wasserqualität wieder den Sicherheitsvorgaben entspricht, soll der Strand für Badegäste wieder freigegeben werden. „Diese Maßnahme wurde ergriffen, um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten, während die Ergebnisse der neuen Wasseranalysen abgewartet werden“, erklärte die Gemeinde.

E. coli weist häufig auf Abwasser hin

E. coli gehört zu den Bakterien, die natürlicherweise im Darm von Menschen und Tieren vorkommen. Werden erhöhte Werte im Badewasser gemessen, gilt das häufig als Hinweis auf eine Verunreinigung durch Abwasser. Erhöhte E. coli-Werte bedeuten nicht automatisch, dass jeder Badegast krank wird. Wer aber in belastetem Wasser badet – insbesondere wenn dabei Wasser verschluckt wird –, hat ein erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit oder Bauchkrämpfe. Auch Hautreizungen sowie Entzündungen der Augen oder Ohren sind möglich. Besonders vorsichtig sollten Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Personen mit geschwächtem Immunsystem sein.

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Umweltexperten zu den Ursachen der Belastung

Nach Einschätzung von Umweltexperten gelangt behandeltes Abwasser zwar über Unterwasserleitungen ins Meer. Meeresströmungen können jedoch dazu führen, dass belastetes Wasser wieder in Küstennähe gelangt und die Wasserqualität an Badestränden beeinträchtigt.

El Médano kämpft seit Jahren mit dem Problem

Die aktuelle Sperrung ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Bereits im Sommer 2023 hatten Anwohner gegen wiederkehrende Verschmutzungen durch Abwasser protestiert. Mit Bannern forderten sie damals ein leistungsfähigeres Abwasserentsorgungssystem und sauberere Küstengewässer. Das Problem betrifft nicht nur El Médano. Nach Angaben des kanarischen Ministeriums für ökologischen Wandel und Energie existieren auf den Kanarischen Inseln insgesamt 403 Einleitungsstellen für Abwasser ins Meer. Davon sind 361 in Betrieb, 216 verfügen nach den offiziellen Zahlen jedoch über keine Genehmigung.

Spanien wegen Abwasserbehandlung verurteilt

Zusätzlichen Druck erzeugt ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass Spanien seinen Verpflichtungen bei der Behandlung kommunaler Abwässer vor deren Einleitung ins Meer nicht ausreichend nachkommt. Mehrere der beanstandeten Standorte befinden sich auf Teneriffa. Bis die Ergebnisse der neuen Wasserproben vorliegen, raten die Behörden Einheimischen und Urlaubern davon ab, im Bereich des Strandes Leocadio Machado in El Médano ins Wasser zu gehen.

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