Sardinien: Sonnenschirmverbot für 10- bis 65-Jährige an Strand
Sardinien verbietet Sonnenschirme für bestimmte Altersgruppen

Strand-Kontroverse auf Sardinien: Sonnenschirmverbot für Menschen zwischen 10 und 65 Jahren

Ein Sonnenschirmverbot für eine bestimmte Altersgruppe sorgt an einem Strand auf der italienischen Insel Sardinien für Aufsehen. Die örtlichen Behörden haben für den Strand Punta Molentis in Villasimìus an der Südostküste Sardiniens strenge Auflagen erlassen, die vor allem den Schutz der Umwelt zum Ziel haben. Wie die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ und der britische „Guardian“ berichten, dürfen Besucher den Strand nur zwischen 8 Uhr und 20.30 Uhr betreten. Zudem ist ein Eintrittspreis von zehn Euro pro Person fällig.

Besonders umstritten ist die Regelung zu Sonnenschirmen: Nur Familien mit Kindern unter zehn Jahren – und dann auch nur einen einzigen Schirm – sowie Menschen ab 65 Jahren dürfen einen Sonnenschirm aufstellen. Pavillons, Zelte und andere Schattenspender sind generell verboten. Diese Maßnahmen gelten bis Ende Oktober.

Begründung der Gemeinde: Schutz des fragilen Strandes

Die Gemeinde Villasimìus begründet die strengen Regeln mit dem Schutz des empfindlichen Strandes, dessen natürliche Schönheit bewahrt werden soll. Ein Waldbrand im vergangenen Jahr sowie „außergewöhnliche Meereswetterereignisse“ hätten die Behörden zu diesem Schritt veranlasst. In einer Mitteilung heißt es: „Aus diesem Grund ist es notwendig, die menschlichen Auswirkungen zu begrenzen und den Schutz dieses Erbes für künftige Generationen sicherzustellen.“

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Reaktionen der Badegäste: Unverständnis und Spott

Bei den Strandbesuchern stößt die Verordnung jedoch auf wenig Verständnis. Online lösten die Regelungen eine Mischung aus Unglauben und Belustigung aus. Der „Guardian“ berichtet, dass viele Kommentatoren ihre Verwunderung zum Ausdruck brachten. So fragte ein Nutzer auf Facebook: „Um einen Schirm aufzustellen, muss ich mir ein Kind mieten?“ Ein anderer scherzte: „Also muss ich, um mit Sonnenschirm an den Strand zu gehen, entweder meinen Opa mitbringen oder bis morgen ein Kind bekommen?“

Zudem wurden Bedenken hinsichtlich Gesundheitsrisiken wie Hautkrebs oder Hitzschlag laut. Einige riefen zum Boykott des Strandes auf, während andere ankündigten, einfach an einen Strand zu gehen, an dem sie sich vor der Sonne schützen könnten. Die Kontroverse zeigt, wie schwierig es ist, Umweltschutz und individuelle Freiheiten in Einklang zu bringen.

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