Gut ein Jahr nach dem Abriss der maroden Ringbahnbrücke in Berlin nimmt der Neubau Gestalt an. Seit Montag werden die vormontierten Überbauteile mit einem Gewicht von jeweils 320 Tonnen millimetergenau zusammengesetzt. Die Arbeiten sind Teil des Ersatzneubaus der Westendbrücke auf der A100, wie die Deutsche Bahn mitteilte.
Millimeterarbeit mit tonnenschweren Teilen
Die insgesamt 320 Tonnen schweren Stahlbetonteile werden mit einem Spezialkran in ihre endgültige Position gehoben. „Das ist eine echte Präzisionsarbeit“, sagte ein Bahnsprecher. „Jede Abweichung von mehr als einem Zentimeter müsste aufwendig korrigiert werden.“ Die Montage erfolgt in mehreren Schritten und soll bis zum Wochenende abgeschlossen sein.
Einschränkungen für Anwohner und Verkehr
Während der Bauarbeiten kommt es zu erheblichen Einschränkungen. Die S-Bahn-Linien S41 und S42 sind im betroffenen Abschnitt zwischen Westend und Messe Nord/ICC bis voraussichtlich 12. Juli eingestellt. Für Anwohner gibt es Lärmbelästigungen durch den Kranbetrieb und die Bautätigkeiten. Die Deutsche Bahn bittet um Verständnis. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten“, so der Sprecher.
Hintergrund: Marode Brücke musste weichen
Die alte Ringbahnbrücke war bereits seit Jahren sanierungsbedürftig. Im vergangenen Jahr wurde sie abgerissen, nachdem eine Prüfung massive Schäden an der Bausubstanz ergeben hatte. Die neue Brücke soll eine Lebensdauer von mindestens 80 Jahren haben und den gestiegenen Anforderungen des Schienenverkehrs gerecht werden. Die Fertigstellung ist für Ende 2026 geplant.
Auswirkungen auf den Verkehr
Neben der S-Bahn ist auch der Straßenverkehr betroffen: Die A100 wird im Bereich der Westendbrücke zeitweise gesperrt. Umleitungen sind ausgeschildert. Die Deutsche Bahn empfiehlt, den Bereich weiträumig zu umfahren und auf öffentliche Verkehrsmittel auszuweichen, soweit dies möglich ist.



