Das Sommerbad Lichterfelde im Berliner Südwesten steht vor dem endgültigen Aus. Wie der Tagesspiegel berichtet, wird die dringend notwendige Sanierung des knapp 120 Jahre alten Freibads absehbar nicht stattfinden. Das Bad, das seit Sommer 2022 geschlossen ist, wird wohl nie wieder öffnen.
Arbeiten am Bad wecken Hoffnungen – doch die sind trügerisch
Anwohnerin Ulla Wittig beobachtete Ende Juni reges Treiben auf dem Gelände: „Seit Tagen beobachte ich, dass am Sommerbad Lichterfelde gearbeitet wird. Bauarbeiter schleppen Unmengen an Material heraus, draußen stehen Container“, schrieb sie dem Tagesspiegel. Doch die Bauarbeiten waren kein Vorbote für eine Sanierung, sondern lediglich Abriss- und Räumungsarbeiten.
Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf hatte bereits im vergangenen Jahr signalisiert, dass eine Wiedereröffnung unwahrscheinlich sei. Nun bestätigt sich: Das „Spucki“, wie das Bad im Volksmund genannt wird, wird nicht priorisiert. Die Kosten für eine Sanierung werden auf mehrere Millionen Euro geschätzt, die das Bezirksamt nicht stemmen kann.
Ein beliebtes Bad mit langer Geschichte
Das Sommerbad Lichterfelde wurde 1905 eröffnet und war über Jahrzehnte ein beliebter Treffpunkt für Familien und Jugendliche. Es verfügte über ein 50-Meter-Becken, ein Kinderbecken und große Liegewiesen. Der Betrieb wurde 2022 wegen massiver baulicher Mängel eingestellt. Seither steht das Bad leer und verfällt zusehends.
Die Schließung ist ein herber Verlust für den Berliner Südwesten, der ohnehin unter einem Mangel an Freibädern leidet. In den Sommermonaten sind die verbliebenen Bäder oft überfüllt. Die Bezirksverordnetenversammlung hatte mehrfach eine Sanierung gefordert, doch der Bezirk sieht keine finanziellen Spielräume.
Keine Perspektive für Wiedereröffnung
Ein Sprecher des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf erklärte auf Nachfrage: „Eine Sanierung des Sommerbads Lichterfelde ist derzeit nicht absehbar. Die Priorität liegt auf anderen Projekten.“ Konkrete Pläne für eine Wiedereröffnung gebe es nicht. Damit ist das Ende des Bads besiegelt.
Für Anwohner und Badegäste bleibt nur die Hoffnung auf einen Neubau an anderer Stelle. Doch auch das ist ungewiss. Die Bezirkspolitik diskutiert zwar über Alternativen, aber konkrete Beschlüsse stehen aus. Das Sommerbad Lichterfelde wird so zur traurigen Ikone der Berliner Haushaltsnot.



