Russland erklärt DAAD für unerwünscht: Geldstrafen und Haft drohen bei Kontakten
DAAD in Russland verboten: Strafen für Kontakte möglich

Russland erklärt DAAD für unerwünscht: Akademischer Austausch faktisch gestoppt

Die russische Führung unter Präsident Wladimir Putin setzt ihre Politik der Abschottung fort und trifft nun auch Studierende und Wissenschaftler hart. Das Justizministerium in Moskau hat den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) offiziell zur unerwünschten Organisation erklärt. Diese Entscheidung bedeutet de facto ein Verbot der Aktivitäten des DAAD in Russland und hat weitreichende Konsequenzen für den bilateralen Wissenschaftsaustausch.

Strafrechtliche Folgen für russische Bürger

Für russische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger bringt die Einstufung des DAAD als unerwünscht ernste Risiken mit sich. Bei Kontakten mit der deutschen Förderorganisation drohen nun Geldstrafen oder sogar Haftstrafen, da solche Interaktionen als strafbar gelten. Der DAAD, mit Sitz in Bonn, hat die Entscheidung des russischen Justizministeriums zur Kenntnis genommen und steht in engem Austausch mit dem Auswärtigen Amt, um die nächsten Schritte zu koordinieren.

Der DAAD gilt als weltgrößte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern. Mit dieser neuen Einstufung kommen die bereits stark eingeschränkten akademischen Kontakte mit Russland fast vollständig zum Erliegen. Viele andere deutsche Wissenschaftsorganisationen stehen bereits auf der russischen Verbotsliste, was die Isolation des Landes im Bildungsbereich weiter vertieft.

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Aktuelle Zahlen und historischer Kontext

Laut aktuellen Angaben studieren derzeit noch etwa 200 russische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger mit einem DAAD-Stipendium in Deutschland. Insgesamt sind an deutschen Hochschulen rund 10.500 Russen eingeschrieben, was die Bedeutung des Austauschs unterstreicht. Der DAAD hatte bereits 2022, mit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, die Kontakte mit Russland erheblich eingeschränkt und keine neuen Stipendiaten mehr dorthin entsandt.

Der umgekehrte Weg für Russinnen und Russen an deutsche Hochschulen sollte jedoch zunächst erhalten bleiben, weshalb bis zuletzt ein DAAD-Büro in Moskau operierte. Dieses Büro muss nun seine Tätigkeit einstellen, da die Organisation in die lange Liste unerwünschter ausländischer Einrichtungen aufgenommen wurde, zu der auch viele Menschenrechtsorganisationen gehören.

Die Veröffentlichung der Einstufung auf der Website des russischen Justizministeriums am Dienstag markiert einen weiteren Schritt in der zunehmenden Isolierung Russlands von internationalen Bildungsnetzwerken. Experten warnen, dass diese Maßnahme langfristige negative Auswirkungen auf die wissenschaftliche Zusammenarbeit und die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten russischer Studierender haben könnte.

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