Güstrow plant modernen Berufsschulcampus: Interimsbau bereits fertig, Fertigstellung bis 2036 geplant
Güstrow: Moderner Berufsschulcampus bis 2036 geplant

Güstrow erhält modernen Berufsschulcampus: Großprojekt bis 2036 geplant

Der Landkreis Rostock treibt die Modernisierung der beruflichen Bildung mit einem ambitionierten Bauprojekt voran. In Güstrow soll ein neuer Berufsschulcampus entstehen, der die wachsenden Anforderungen an die Ausbildung decken soll. Während der Interimsbau bereits seit März 2025 in Betrieb ist, werden die umfassenden Erweiterungen schrittweise bis 2036 realisiert.

Ausgangslage: Drei Standorte werden konsolidiert

Bisher verfügte der Landkreis Rostock über drei Berufsschulstandorte – zwei in Güstrow und einen in Bad Doberan. Die berufliche Bildungseinrichtung in Bad Doberan wird jedoch aktuell zum Gymnasium umgebaut, was eine Neuausrichtung der verbleibenden Standorte notwendig macht. Seit 2023 kam zudem der Standort am KMG-Klinikum Güstrow für Gesundheitsberufe hinzu, dessen Trägerschaft ebenfalls der Landkreis übernommen hat. Insgesamt werden derzeit etwa 2700 junge Menschen am Regionalen Beruflichen Bildungszentrum (RBB) ausgebildet.

Interimsbau als erste Maßnahme

Da der Hauptstandort in Güstrow Bockhorst bereits an seine Kapazitätsgrenzen stößt, wurde im März 2025 ein Interimsgebäude fertiggestellt und in Betrieb genommen. Für diese Übergangslösung investierte der Landkreis Rostock rund sechs Millionen Euro. Das Gebäude entspricht allen Anforderungen an modernen Unterricht und zeitgemäßes Bauen und dient als zusätzlicher Schulraum, bis die geplante Campus-Erweiterung umgesetzt ist.

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Umfangreiche Campus-Planungen

„Geplant ist eine Erweiterung des bestehenden Berufsschulstandortes am Standort Güstrow“, erklärt Landkreissprecherin Juliane Hinz. Dafür hat der Landkreis zusätzliche Flächen in der Glasewitzer Chaussee erworben, die dem aktuellen Standort in Bockhorst gegenüberliegen. In unmittelbarer Nähe befinden sich ein Solarkraftwerk und eine Photovoltaik-Anlage auf 4000 Quadratmetern.

Auf dem neu erworbenen Grundstück sollen folgende Einrichtungen entstehen:

  • Ein modernes Lehrgebäude
  • Ein Wohnheim für Auszubildende
  • Eine Sporthalle mit angeschlossenem Sportplatz
  • Ein Verwaltungsgebäude
  • Weitere Fachräume für spezialisierten Unterricht
  • Ausreichend Parkplätze

Diese Neubauten sind notwendig, um den steigenden Schülerzahlen und den Anforderungen an einen zeitgemäßen Berufsschulunterricht gerecht zu werden.

Historische Herausforderungen: Kampfmittelberäumung erforderlich

Die Planungen müssen besondere historische Gegebenheiten berücksichtigen. Das Areal war während des Zweiten Weltkriegs militärisch genutzt: Ab 1933/34 wurde der ehemalige Exerzierplatz zum Notlandeplatz und später zum Fliegerhorst ausgebaut. Südlich der Bahntrasse befand sich das Heereszeugamt, und im Primer Wald war eine Heeresmunitionsanstalt stationiert.

Wegen dieser militärischen Infrastruktur war das Gebiet Ziel alliierter Bombenangriffe, wie am 7. April 1945, als amerikanische Bomber das Heereszeugamt angriffen. Noch im Mai 2025 wurden im Primer Wald mehrere Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg kontrolliert gesprengt – Teil eines Forschungsprojekts des Munitionsbergungsdienstes Mecklenburg-Vorpommern.

Daher sind für das geplante Campus-Gelände Bodengutachten und eine umfassende Kampfmittelberäumung vorgesehen, bevor Bauarbeiten beginnen können.

Zeitplan: Drei Bauabschnitte bis 2036

Die Errichtung des Berufsschulcampus soll in drei klar definierten Bauabschnitten erfolgen:

  1. Fertigstellung der Sportanlage
  2. Bau von Wohnheim, Verwaltungsgebäude und Fachunterrichtsgebäude
  3. Errichtung eines weiteren Lehrgebäudes

Derzeit werden alle Grundlageninformationen für die ersten Planungsideen zusammengestellt. Ab Herbst dieses Jahres soll die Objektplanung vertieft und mit den Nutzern abgestimmt werden. Für 2028 ist die Erstellung eines Bebauungsplans (B-Plan) für das Areal vorgesehen.

Nach aktuellem Stand geht die Kreisverwaltung davon aus, dass der erste Bauabschnitt 2031 fertiggestellt sein wird. Die vollständige Fertigstellung aller geplanten Baumaßnahmen wird für das Jahr 2036 erwartet.

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Machbarkeitsstudie mit 550.000 Euro budgetiert

Zur Vorbereitung des Großprojekts wird derzeit eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, für die 550.000 Euro eingeplant sind. Diese Studie soll die Umsetzbarkeit detailliert prüfen und die Grundlage für die weiteren Planungsschritte bilden.

Der neue Berufsschulcampus in Güstrow stellt damit eine langfristige Investition in die Bildungsinfrastruktur des Landkreises Rostock dar und soll die berufliche Ausbildung für kommende Generationen zukunftssicher machen.