Abschied nach vier Jahrzehnten pädagogischer Leidenschaft
An der Grundschule Villa Kunterbunt in Anklam hat ein bedeutender Generationswechsel im Lehrerkollegium stattgefunden. Nach mehr als 40 Jahren im Schuldienst wurden die erfahrenen Pädagoginnen Martina Engel-Trapp und Margit Worschech feierlich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Beide Lehrerinnen haben nicht nur Generationen von Schülerinnen und Schülern geprägt, sondern auch nachhaltige Spuren im Schulleben hinterlassen.
Zwei pädagogische Urgesteine verlassen die Schule
Schulleiterin Manuela Bölk würdigte bei der Verabschiedung das außergewöhnliche Engagement beider Kolleginnen: „Wir sagen euch Tschüss und hoffen, dass ihr mal an uns denkt“, richtete sie sich an die scheidenden Lehrerinnen, deren Herzen „für ihren Beruf und für die Schülerinnen und Schüler geschlagen haben“. Für die beiden Pädagoginnen rücken nun zwei junge Kollegen nach, die das Erbe dieser erfahrenen Lehrkräfte antreten werden.
Margit Worschech: Die Sport- und Mathematikpionierin
Margit Worschech prägte über Jahrzehnte den Sport- und Mathematikunterricht an der Villa Kunterbunt. Ihre besondere Leidenschaft galt stets der kindgerechten Vermittlung dieser Fächer. Sie absolvierte eine Montessoriausbildung und teilte ihr Wissen sowie die entsprechenden Materialien großzügig mit dem gesamten Kollegium. Besonders hervorzuheben ist ihr Engagement für das Schulschwimmen, das ihr ein besonderes Anliegen war.
Ihre pädagogischen Initiativen umfassen:
- Die Einführung der Olympischen Spiele der Villa Kunterbunt, die mittlerweile zur festen Schultradition geworden sind
- Die Gründung des Seesternchen-Pokals als Schwimmwettkampf für Grundschulen des gesamten Landkreises
- Die Koordination des Schulschwimmens in der Anklamer Schwimmhalle
- Unzählige sportliche Wettkämpfe, die sie mitorganisierte
Schulleiterin Bölk betont: „Sie hat so manchem kleinen Angsthasen die Scheu vor dem Wasser genommen“. Auch im Ruhestand startet Margit Worschech mit gewohnter Energie und plant bereits Reisen nach Wismar und Erfurt.
Martina Engel-Trapp: Die musikalische Seele der Schule
Martina Engel-Trapp kam 1983 als Junglehrerin nach Anklam an die damalige Karl-Marx-Schule und verlor ihr Herz an die Musikpädagogik. Bereits ein Jahr nach ihrer Ankunft gründete sie gemeinsam mit einer Kollegin den ersten Schulchor, den sie bis heute mit Begeisterung leitet. Ihre musikalischen Darbietungen verzaubern regelmäßig das Publikum bei Schulkonzerten, Adventsmärkten und Rentnerweihnachtsfeiern.
Ihr pädagogisches Wirken zeichnet sich aus durch:
- Die kontinuierliche Arbeit mit dem Schulchor über vier Jahrzehnte
- Die Weitergabe ihres Wissens an zahlreiche Referendare
- Die Unterstützung von Kolleginnen wie Schulleiterin Bölk, der sie die magischen drei Gitarrengriffe für den Eignungstest zum Lehramtsstudium beibrachte
- Die Fähigkeit, Grundschulkinder für das gemeinsame Singen zu begeistern
Auch im Ruhestand wird Martina Engel-Trapp der Schule verbunden bleiben und den Schulchor weiterhin betreuen sowie Musikunterricht erteilen.
Ein herzlicher Abschied mit bleibenden Projekten
Beide Lehrerinnen hinterlassen der Schule nicht nur bleibende Erinnerungen, sondern auch konkrete pädagogische Projekte, die fortgeführt werden. Die Olympischen Spiele der Villa Kunterbunt und der Schulchor sind feste Institutionen geworden, die das Schulleben nachhaltig bereichern. Zum Abschied hatten die Ruheständlerinnen eine kleine Überraschung für ihre Kollegen vorbereitet: Glücksanhänger mit dem Spruch „Arbeit ist wie ein Banküberfall - ohne die richtigen Komplizen geht es nicht“, der allen Anwesenden aus dem Herzen sprach.
Die Villa Kunterbunt verliert mit Martina Engel-Trapp und Margit Worschech zwei pädagogische Urgesteine, deren Wirken noch lange in der Schulgemeinschaft nachhallen wird. Gleichzeitig bietet der Generationswechsel die Chance, frischen Wind in das Kollegium zu bringen und bewährte Traditionen mit neuen Ideen zu verbinden.



