Vom Grundschulkind zum Fünftklässler: Ein neuer Lebensabschnitt beginnt in Boizenburg
Der Übergang von der vertrauten Grundschule in die weiterführende Schule stellt für viele Kinder und ihre Familien einen bedeutenden Schritt dar. Die Schule wird größer, neue Fächer kommen hinzu und aus bekannten Klassengemeinschaften entstehen völlig neue Zusammensetzungen. Für die zukünftigen Fünftklässler und ihre Eltern ist diese Phase daher häufig mit gemischten Gefühlen verbunden – mit Vorfreude auf das Neue, aber auch mit Fragen und manchen Sorgen.
Einblicke in den Schulalltag der Regionalen Schule
Ein Tag der offenen Tür bietet die ideale Gelegenheit, die mögliche neue Schule persönlich kennenzulernen, erste Eindrücke vom Unterrichtsalltag zu sammeln und mit Lehrkräften sowie aktuellen Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen. Genau diese Mischung aus Erwartung, Hoffnung und auch leichter Nervosität war beim Tag der offenen Tür an der Regionalen Schule Rudolf Tarnow in Boizenburg deutlich spürbar.
Mehr als 600 Schülerinnen und Schüler lernen derzeit an dieser Bildungseinrichtung. Für viele Viertklässler, die nach den Sommerferien an der RTS starten werden, bedeutet dies vor allem eines: Ein großer Schritt aus der überschaubaren Welt der Grundschule hinein in eine deutlich größere Schulumgebung mit neuen Strukturen und Anforderungen.
Zwischen Aufregung und gelassener Zuversicht
Viele Eltern erleben den Wechsel ihrer Kinder von der Grundschule in die weiterführende Schule als emotionalen Moment. Eben noch gehörten ihre Kinder in der vierten Klasse zu den Größten und Erfahrensten, nach den Sommerferien beginnen sie an der neuen Schule wieder ganz von vorne – diesmal jedoch mit mehr Selbstständigkeit und neuen Verantwortungen.
Elena Beil aus Boizenburg, die ursprünglich aus Russland stammt, wird ihren neunjährigen Sohn Alexander an der Regionalen Schule anmelden. Natürlich fragt man sich, wie sich die Kinder an einer größeren Schule zurechtfinden und wie das Miteinander mit den älteren Schülern funktioniert, erklärt sie. Gleichzeitig weiß sie, dass Alexander neugierig und wissbegierig ist. Er liest viel und interessiert sich für viele verschiedene Themen. Was das Fachliche angeht, mache ich mir eigentlich keine großen Sorgen, fügt sie hinzu. Alexander selbst freut sich vor allem darauf, neue Mitschülerinnen und Mitschüler kennenzulernen.
Vielfältige Perspektiven auf den Schulwechsel
Ähnliche Gedanken beschäftigen auch Susanne Klemmer und Nicky Pietsch. Ihr Sohn Michl besucht derzeit die Eichenschule und wird nach den Sommerferien an die Regionale Schule wechseln. Die Eltern sehen dem Übergang grundsätzlich gelassen entgegen. Man hört natürlich, dass das Lernpensum größer wird, aber ich denke, das wird er schon schaffen, sagt Nicky Pietsch. Wichtig ist ihnen vor allem, dass Michl gut in seiner neuen Klasse ankommt und sich wohlfühlt.
Eine besondere Perspektive brachte beim Tag der offenen Tür Karsten Schuldt mit. Seine Tochter Nina wird im kommenden Schuljahr ebenfalls an die Regionale Schule wechseln. Schuldt ist nicht nur Vater, sondern auch Lehrer am Elbe-Gymnasium in Boizenburg. Für ihn ist der Schulwechsel ein wichtiger Entwicklungsschritt. Neue Lehrer, neue Mitschüler und eine andere Struktur als in der Grundschule, beschreibt er die Veränderungen. Der Übergang in die größere Schule sei für viele Kinder ein bedeutender Meilenstein in ihrer Bildungsbiografie.
Moderne Ausstattung und vielfältige Angebote
Die Besucherinnen und Besucher konnten sich beim Tag der offenen Tür von der modernen Ausstattung der Schule überzeugen. Vor einigen Jahren noch Zukunftsmusik, verfügt die RTS heute über einen zeitgemäßen Anbau mit einer hellen und einladenden Mensa. In verschiedenen Fachräumen präsentierten sich die unterschiedlichen Unterrichtsfächer:
- Im MINT-Raum probierten Eltern und Kinder praktische Experimente aus
- Im Informatikraum informierten sich die Besucher über den beliebten Informatikunterricht
- Im Geografieraum markierten zukünftige Fünftklässler gemeinsam mit ihren Eltern ihre bisherigen Urlaubsziele auf der Weltkarte
Im Atrium der Schule präsentierten sich mehrere Boizenburger Sportvereine und stellten ihre Angebote für Kinder und Jugendliche vor. Auch die Zehntklässler nutzten den Tag der offenen Tür für einen guten Zweck: Mit kleinen Aktionen sammelten sie Spenden für ihren bevorstehenden Abschlussball und den Schulabschluss.
Berufliche Orientierung früh im Blick
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der beim Tag der offenen Tür vorgestellt wurde, ist die berufliche Orientierung. Jasmin Pegel von der Agentur für Arbeit und die Koordinatorin für Berufsorientierung Ilka Röpcke informierten über die vielfältigen Möglichkeiten der Berufsvorbereitung an der RTS. Früh informieren lohnt sich, betonten beide Expertinnen und zeigten damit, dass die Schule nicht nur auf die unmittelbare Zukunft, sondern auch auf die langfristige Entwicklung ihrer Schülerinnen und Schüler vorbereitet.
Gemeinsamer Wunsch nach einem guten Start
Der Tag der offenen Tür an der Regionalen Schule Rudolf Tarnow zeigte deutlich, wie vielfältig die Gedanken und Erwartungen der Eltern sind. Manche machen sich Gedanken über das steigende Leistungsniveau, andere über neue Freundschaften oder das soziale Miteinander in der großen Schulgemeinschaft. Doch eines verbindet fast alle Familien: der aufrichtige Wunsch, dass ihre Kinder gut an der neuen Schule ankommen und sich dort entfalten können.
Denn der Wechsel in die fünfte Klasse bedeutet für viele Viertklässler tatsächlich den Beginn eines neuen Lebensabschnitts – mit mehr Eigenverantwortung, neuen fachlichen Herausforderungen und zahlreichen Chancen zur persönlichen Entwicklung. Die Regionale Schule Rudolf Tarnow in Boizenburg hat mit ihrem Tag der offenen Tür gezeigt, dass sie diesen Übergang aktiv begleiten und die neuen Schülerinnen und Schüler willkommen heißen möchte.



