Sparkassen-Coup in Gelsenkirchen: Rückgabe von Dokumenten startet Freitag
Sparkassen-Coup: Rückgabe startet Freitag

Nach dem spektakulären Einbruch in die Sparkasse Gelsenkirchen vor gut vier Monaten können betroffene Kunden ab diesem Freitag erste Gegenstände und Dokumente aus ihren aufgebrochenen Schließfächern zurückerhalten. Die Sparkasse teilte mit, dass es sich um rund 50.000 Gegenstände handelt, die die Einbrecher im verwüsteten Tresorraum zurückgelassen haben. Darunter könnten sich auch werthaltige Dinge befinden, so eine Sprecherin.

Start mit eindeutig zuordenbaren Dokumenten

Begonnen wird mit namentlich eindeutig zuzuordnenden Dokumenten wie Fahrzeugbriefen oder Kaufverträgen. Sparkassenchef Michael Klotz erklärte: „Unser Ziel ist es, für Freitag die ersten Termine zur Übergabe von Dokumenten zu vereinbaren.“ Die Zuordnung sei jedoch nicht leicht und gleiche einem gigantischen Puzzle, da die Einbrecher die Schließfächer wild durchwühlt hätten.

Keine Entschädigungen bisher ausgezahlt

Bislang wurden noch keine Entschädigungen über die Schließfachversicherungen der Sparkasse ausgezahlt, wie die Sprecherin weiter mitteilte. Zunächst müsse der Schaden der Kunden vollständig ermittelt werden. Die Versicherung zahlt standardmäßig bis zu 10.300 Euro pro Fach aus, sofern die Kunden den Nachweis über entsprechend wertvolle Inhalte erbracht haben. Viele Kunden haben jedoch keine genauen Aufzeichnungen über den Inhalt ihrer Schließfächer, was die Schadensregulierung erschwert.

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Demonstration der Opfer angekündigt

Die Opfer des Millioneneinbruchs haben für Donnerstagnachmittag in der Nähe der Sparkasse eine Demonstration angekündigt. Angemeldet seien 500 bis 1.000 Teilnehmer, sagte ein Polizeisprecher. Sparkassenchef Klotz betonte: „Wir nehmen die geäußerte Kritik und die Demonstration sehr ernst.“ Es sei der Bank wichtig, im direkten Austausch mit den Kunden zu bleiben. Ob Klotz sich am Donnerstag den Demonstranten vor der Sparkasse stellen wird, war zunächst offen.

Suche nach Tätern läuft weiter

Die bislang unbekannten Täter hatten nach Weihnachten 2025 alle Sicherheitssysteme der Sparkasse überwunden, sich mit einem riesigen Kernbohrer Zutritt zum Tresorraum verschafft und fast alle der 3.100 Schließfächer aufgebrochen. Der Gesamtschaden wurde kurz nach dem Einbruch von der Polizei auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag geschätzt, er könnte aber auch noch wesentlich höher im möglicherweise deutlich dreistelligen Millionenbereich liegen. Die Ermittlungen zu den Tätern dauern an, bisher gibt es keine heiße Spur.

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