Trump beschwert sich über mangelnde Unterstützung Deutschlands im Iran-Krieg
Trump kritisiert Deutschland vor Nato-Gipfel

Kurz vor dem Nato-Gipfel hat US-Präsident Donald Trump (80) erneut scharfe Kritik an Deutschland geübt. Bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte (59) im Weißen Haus beklagte sich Trump über die mangelnde Unterstützung der Bundesregierung im Iran-Krieg. „Ich bin enttäuscht über Deutschland“, sagte der Republikaner. Er habe die Bundesregierung gebeten: „Gebt uns einen kleinen Stups, gebt uns ein kleines Küsschen. Wir wollen nicht viel. Aber sie haben gesagt: ‚Nein, das können wir nicht tun.‘“ Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) wurde dabei nicht namentlich genannt.

Pentagon kündigt Truppenabzug an

Trump betonte, die USA gäben „hunderte Millionen Dollar“ für in Deutschland und Europa stationierte Truppen aus. „Wir kämpfen immer für sie“, so der Präsident. Offenbar als Konsequenz aus der fehlenden Unterstützung hatte das Pentagon mitten im Iran-Krieg den Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland angekündigt. Die Ankündigung belastet das Verhältnis zwischen den USA und Deutschland zusätzlich.

Überraschende Lobeshymne auf Selenskyj

Ungewöhnlich positive Worte fand Trump hingegen für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48). Auf die Frage eines Journalisten, ob Selenskyj den Krieg gegen Russland gewinne, sagte Trump: „Er schlägt sich ziemlich gut. Man muss sagen, er ist mutig. Er hat eine großartige Ausrüstung. Er hat großartige Männer, er hat Kämpfer.“ Dies ist ein deutlicher Kurswechsel, nachdem Trump Selenskyj bei einem Treffen im Februar 2025 noch öffentlich gedemütigt hatte.

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G7-Gipfel als Wendepunkt

Bereits beim G7-Gipfel in Évian (Frankreich) Mitte Juni zeichnete sich Trumps Umdenken ab. Dort traf er Selenskyj persönlich. Bundeskanzler Merz und andere werteten es als Erfolg, dass Trump schärferen Sanktionen gegen Russland zustimmte und Moskau aufforderte, ein Friedensabkommen mit Kiew zu schließen. Zuvor hatte Trump immer wieder Sympathien für Kreml-Chef Wladimir Putin (73) gezeigt.

Nato-Gipfel in Ankara unter Druck

Die Nato hofft, dass Trumps positive Äußerungen zu Selenskyj ein gutes Vorzeichen für den Nato-Gipfel am 7. und 8. Juli in Ankara sind, zu dem Selenskyj eingeladen ist. Nato-Chef Rutte hatte vor dem Treffen mit Trump per Videoschalte an Gesprächen der E5-Gruppe zur Ukraine-Unterstützung in Berlin teilgenommen. Merz betonte danach, er wolle den Gipfel zum Erfolg machen und ein „starkes Zeichen“ zur Unterstützung der Ukraine setzen.

Rutte verteidigt Deutschland

Der anhaltende Streit über den Iran-Krieg wirft jedoch einen Schatten auf den Gipfel. Rutte versuchte als „Trump-Flüsterer“ zu vermitteln. Er versicherte Trump, die ausgebliebene Unterstützung sei auf „Einzelfälle“ beschränkt. Deutschland habe seine bilateralen Verpflichtungen gegenüber den USA erfüllt, so Rutte. Zudem habe die Bundesregierung die Verteidigungsausgaben deutlich gesteigert – ein Punkt, den Trump selbst gefordert hatte.

„Trump-Billion“ als Argument

Um seine Argumente zu untermauern, präsentierte Rutte eine Schautafel mit roten Balken, die die gestiegenen Investitionen der Nato-Partner zeigt. Darüber prangte in goldener Schrift: „Die Trump-Billion“. Aus Nato-Kreisen heißt es, Rutte wolle Trump mit dieser plakativen Darstellung überzeugen. Zudem lobte Rutte Trumps Führungsstärke. Doch auch das fruchtete wenig: Trump teilte auch gegen Frankreich, Italien und Großbritannien aus. Die Verbündeten hätten die USA „im Stich gelassen“.

Angespanntes Verhältnis

Das Verhältnis zwischen den USA und den Nato-Verbündeten bleibt angespannt. Zuletzt drohte Trump, die Europäer im Ernstfall nicht gegen Russland zu verteidigen, sollten sie nicht mehr Verantwortung für ihre Sicherheit übernehmen. Der Nato-Gipfel in Ankara wird zeigen, ob sich die Fronten wieder etwas entspannen lassen.

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