Oldenburg: Schulbesuch in Burow mit schonungslosen Worten zur Fassade
Oldenburg besucht Burower Grundschule mit klaren Worten

Bildungsministerin Simone Oldenburg (Die Linke) hat mit einem Besuch der Grundschule Burow ein altes Versprechen eingelöst. Hintergrund ist ein Seniorentreffen in Burow, das vor etwa drei Jahren stattfand und an dem sich der Landtagsabgeordnete Thomas Krüger beteiligte.

Die Teilnehmer berichteten dem SPD-Mann über die Familiengeschichte der Ministerin, die durch ihre Schwiegereltern Edith und Günther Oldenburg eng mit Burow verbunden ist. „Ich wählte daraufhin ihre Nummer und stellte für alle hörbar auf laut“, schildert Thomas Krüger. „Sie versprach, bei der nächsten Kaffeerunde dabei zu sein.“

Vater der Ministerin war einst Schulleiter

Trotz der persönlichen Vorgeschichte hatte das jetzige Treffen in Burow einen ernsten Hintergrund. Denn vor der Kaffeerunde ging es zuerst um die Zukunft der Schule. Dazu hatte der Bürgermeister die Ministerin eingeladen.

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„Bis vor 10 Jahren hatten wir in Mecklenburg-Vorpommern eine Geburtenrate von jährlich rund 20.000 Babys, in den Jahren davor lag sie noch höher“, erklärte Thomas Krüger. „Nun ist die Anzahl auf 8000 gesunken, was sich zugleich auf die Schüleranzahl auswirkt.“

Damit steht die Frage im Raum, ob Burow trotz sinkender Geburtsrate als Schulstandort erhalten werden kann. Zudem muss das Schulgebäude dringend saniert werden, wie der Burower Bürgermeister hervorhob. „Sehen Sie sich allein die Fassade an, wie schlimm diese aussieht“, zeigte Torsten Mielke. „Nur wenn wir ein attraktives Schulgebäude haben, können wir auch Eltern außerhalb der Gemeinde überzeugen, ihre Kinder zur Grundschule Burow zu schicken.“

Schule feierte 60. Geburtstag

Vor vier Jahren hat die Schule Burow, die einst als Polytechnische Oberschule gebaut wurde, ihren 60. Geburtstag gefeiert. Als erster Pädagoge übernahm eben Günther Oldenburg, der Schwiegervater der Ministerin, die Schulleitung. Bereits kurz nach der Eröffnung stellte man fest, dass die Schule zu klein gebaut wurde, deshalb erweiterte man sie um einen Anbau. 1976 wurde die Bildungseinrichtung in Wilhelm-Pieck-Oberschule umbenannt. Und weil die Schüleranzahl ständig stieg, baute man zehn Jahre später einen zweiten Anbau.

1989 wurde die Einrichtung zur Haupt- und Realschule mit Grundschulteil. Doch während die Schule zu DDR-Zeiten fester Bestandteil der Gemeinde war, änderte sich das nach der Wende. Das Problem der sinkenden Schülerzahlen wirkte sich schon nach der Jahrtausendwende erstmals drastisch aus.

Schule wurde vor 20 Jahren zur Grundschule

Denn im Jahr 2006 wurde die Schule zur reinen Grundschule. Seitdem gehen die Schüler entweder nach Altentreptow oder nach Tützpatz zum weiterführenden Unterricht. Die Anzahl der Klassen sank von zehn auf vier. Wo früher zwischen 400 und 500 Schüler unterrichtet wurden, sind es heute 80. In den Klassenräumen des Obergeschosses ist jetzt der Kindergarten.

Zur Gruppe, die die Ministerin auf ihrem Rundgang durch die Schule begleitete, gehörten neben der Schulleiterin Simone Rielicke auch Seenplatte-Landrat Thomas Müller und Dirk Rautmann, der für die Schulen zuständige Amtsleiter im Landkreis. Alle Anwesenden waren sich darin einig, dass eine Schule über den Bildungsauftrag hinaus eine größere Bedeutung für die Kommune hat.

So fragte die Bildungsministerin nicht ohne Grund nach dem Stand des Sanierungsantrags. Wann konkret Baubeginn ist, das konnte aber noch niemand sagen. Dabei hob Simone Oldenburg hervor, dass die Schule ganz wichtig für die Infrastruktur sei. „Wir möchten möglichst alle bestehenden Schulen erhalten“, setzte sie hinzu.

Schulstandort ist vorerst sicher

Wie Landrat Müller betonte, gibt es auch keine Überlegungen, die Grundschule zu schließen. Rautmann bestätigte, dass die Schule auf der Liste mit einer Bestandsgarantie steht. Die Grundschule Burow hat insgesamt je eine Klasse im Bereich von der Ersten bis zur Vierten. „Eine Schule ist in ihrem Bestand gefährdet, wenn sie 15 Schüler je Klasse nicht erreicht“, erklärte Dirk Rautmann und beruhigte zugleich: „Die Grundschule Burow ist nach den Regelungen des Schulgesetzes in ihrem Bestand sicher und hat weit mehr Schüler als die geforderte Anzahl.“

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Warum zieht sich die Bestätigung der Anträge auf Sanierung und Förderung dann trotzdem so lange hin? Schließlich hatte bereits Burows vorherige Bürgermeisterin Heidelinde Kurzhals die Schulsanierung in Angriff genommen. Das Problem erklärte Dirk Rautmann. Die vorgesehene Sanierung betrifft die Unterrichtsräume, den Hortbereich und die Schaffung eines Gemeindezentrums innerhalb der Schule.

Somit spricht man hier von drei Sanierungsbereichen. Das ist wiederum wichtig für die Antragstellung der Fördermittel. Für die Schule können diese beim Landkreis und beim Bildungsministerium eingeworben werden. Für den Hort greift wiederum ein anderer Fördertopf, und für das Gemeindezentrum könnte beim Innenministerium eine Förderung beantragt werden. „Da muss ich wohl mal mit dem Innenminister Christian Pegel sprechen“, versprach Simone Oldenburg, mal nachzuhaken.

Obwohl es für die Sanierung noch keine konkrete Zusage gibt, geschweige denn ein Baubeginn in Aussicht gestellt wurde, zeigte sich der Bürgermeister zufrieden. „Die Gespräche sind alle sehr positiv verlaufen“, schätzte Torsten Mielke ein. „Und da auch unsere Schülerzahlen stimmen, hoffe ich jetzt auf eine zügige Beantragung der Fördermittel, sodass wir mit den Sanierungsmaßnahmen bald beginnen können.“