Thüringenkolleg in Weimar steht vor dem Aus: Neue Struktur für zweiten Bildungsweg
Das Thüringenkolleg in Weimar, eine Einrichtung für Erwachsene, die auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur ablegen wollen, wird geschlossen. Thüringens Bildungsminister Christian Tischner (CDU) hat im Bildungsausschuss des Landtags ein neues Konzept vorgestellt, das die Angliederung des Kollegs an berufliche Gymnasien vorsieht.
Hohe Kosten und geringe Absolventenzahlen als Gründe
Laut Bildungsministerium sind die hohen Kosten bei gleichzeitig niedrigen Absolventenzahlen der Grund für die Schließung. Die jährlichen Kosten beliefen sich auf rund eine Million Euro, während im vergangenen Schuljahr nur 25 Absolventen das Abitur erwarben. Ab dem kommenden Schuljahr werden keine neuen Bewerber mehr aufgenommen, aber alle aktuellen Schüler können ihren Abschluss planmäßig beenden.
Das Ministerium betont: „Das Kolleg bleibt als Schulart erhalten – mit vollem elternunabhängigem Bafög-Anspruch und einem breiten Fächerangebot.“
Neue Struktur ab dem Schuljahr 2027/28
Die neue Struktur orientiert sich am Vorbild des Saarland-Kollegs. Ab dem Schuljahr 2027/28 sollen Kollegiaten weiterhin Schüler des Kollegs mit eigenem Bildungsgang nach der Kollegordnung sein, aber die Infrastruktur der beruflichen Gymnasien nutzen. Dies soll Doppelstrukturen vermeiden und die Effizienz steigern.
In der Mitteilung heißt es: „Die Kollegiaten bleiben Schüler des Kollegs mit eigenem Bildungsgang nach der Kollegordnung und eigenen Aufnahmevoraussetzungen. Gleichzeitig nutzen sie die breit aufgestellte Kurs- und Personalinfrastruktur der beruflichen Gymnasien.“
Reaktionen aus der Politik
Die oppositionelle AfD zeigt sich zustimmend. Der bildungspolitische Sprecher Denny Jankowski nannte das Konzept „nachvollziehbar“ und betonte: „Uns ist es wichtig, dass dieser zweite Bildungsweg erhalten bleibt.“ Die Landesregierung habe einen gangbaren Weg aufgezeigt, so Jankowski, der jedoch eine kritische Beobachtung der Umsetzung ankündigte.
Die Schließung hatte zuvor bei der oppositionellen Linken und teilweise auch in den Reihen der CDU für Kritik gesorgt, da sie den Zugang zum Abitur für Erwachsene gefährdet sah.
Ausblick auf die Zukunft
Mit der neuen Struktur soll der zweite Bildungsweg in Thüringen langfristig gesichert werden, während gleichzeitig Kosten gesenkt und Ressourcen besser genutzt werden. Die Umstellung markiert einen bedeutenden Wandel in der Erwachsenenbildung des Bundeslandes.



