Niedrigste Geburtenrate aller Zeiten: Eltern fühlen sich vom Staat bestraft
Die Geburtenrate in Deutschland hat ein historisches Tief erreicht. Ein Hamburger Paar bringt die Frustration vieler Familien auf den Punkt: „Unser Leben ist eine einzige Rechenaufgabe geworden“, sagen Mihaela Sacher (40) und Alexander Sacher (55). Die IT-Experten sind glücklich mit ihrem 18 Monate alten Sohn Maximilian, doch die finanzielle Belastung durch die Elternschaft stellt sie vor enorme Herausforderungen.
Elterngeldgrenze trifft gutverdienende Familien hart
Obwohl beide gut verdienen, bekommen die Sachers kein Elterngeld. Der Grund: Ihr gemeinsames Bruttoeinkommen liegt über der gesetzlichen Grenze von 175.000 Euro. „Unsere sonstigen Kosten wie Lebensversicherungen, Krankenversicherung, Immobilienfinanzierungen und Leasingraten laufen weiter“, erklärt Alexander Sacher. „Und das alles nur noch mit einem, statt mit zwei Gehältern.“
Zusätzlich unterstützen sie Mihaelas Mutter in Lettland mit monatlich 500 Euro. Diese finanzielle Doppelbelastung macht die Situation besonders schwierig. „Wir haben das Gefühl, dass wir immer nur in den Staat einzahlen, aber nichts zurückbekommen“, sagt Mihaela Sacher.
Die Frage nach einem zweiten Kind bleibt offen
Die Entscheidung für ein zweites Kind ist für das Paar noch nicht gefallen. Alexander Sacher meint zwar: „Irgendwie kriegt man das ganz sicher hin.“ Doch die fehlende staatliche Unterstützung und Anerkennung wiegt schwer. „Die Einkommensgrenze fürs Elterngeld sollte höher gesetzt oder ganz abgeschafft werden“, fordert er. „Wir haben viel gearbeitet und fühlen uns jetzt bestraft.“
Die Erfahrungen der Sachers spiegeln ein weitverbreitetes Problem wider. Viele gutverdienende Paare zögern, eine Familie zu gründen oder zu vergrößern, weil sie sich durch die aktuellen Regelungen benachteiligt fühlen. Die Diskussion um faire Familienpolitik gewinnt angesichts der sinkenden Geburtenzahlen an Dringlichkeit.



