BILD-Autorin schreibt bewegenden Frauentagsbrief an ihre Töchter: „Macht euch nie kleiner“
BILD-Autorin schreibt Frauentagsbrief an Töchter: „Macht euch nie kleiner“

Ein persönlicher Brief zum Weltfrauentag: BILD-Autorin Katharina Render richtet mahnende Worte an ihre Töchter

Anlässlich des Weltfrauentages hat BILD-Autorin Katharina Render einen bewegenden und persönlichen Brief an ihre beiden Töchter im Alter von vier und acht Jahren verfasst. In diesem emotionalen Text reflektiert sie über die Herausforderungen, mit denen Frauen in der Gesellschaft konfrontiert sind, und gibt ihren Kindern wertvolle Ratschläge für die Zukunft mit auf den Weg.

„Ihr wachst in einer Zeit auf, in der Mädchen alles werden können“

Render beginnt ihren Brief mit der Anerkennung, dass ihre Töchter in einer Zeit aufwachsen, in der Mädchen scheinbar alle Möglichkeiten offenstehen. Sie könnten Astronautin, EU-Kommissionspräsidentin oder Wrestlerin werden. Gleichzeitig warnt die Autorin jedoch vor den immer noch vorhandenen gesellschaftlichen Zwängen und Erwartungen, die Frauen oft signalisieren, nicht richtig zu sein – zu dick, zu faltig, zu laut, zu ehrgeizig oder zu empfindlich.

„Ich wünsche euch, dass ihr euch so selten wie möglich selbst so aburteilt“, schreibt Render und betont die Bedeutung eines gesunden Selbstwertgefühls. Sie teilt eigene Erfahrungen aus ihrer Jugend, in der sie das Gefühl hatte, stark und unemotional wirken zu müssen, um ernst genommen zu werden. Frauen müssten sich oft besser vorbereiten als Männer, würden schneller unterbrochen und beurteilt – Erfahrungen, die sie zutiefst verunsichert hätten.

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Die vielfältigen Gesichter der Stärke

Die BILD-Autorin hofft, dass ihre Töchter einen anderen Umgang mit diesen gesellschaftlichen Unarten finden werden. „Ich hoffe, ihr glaubt nicht, ihr müsst härter und cooler sein als alle anderen“, schreibt sie. Stattdessen sollten sie lernen, dass Stärke viele Gesichter habe: Man könne klar sprechen und trotzdem freundlich sein, führen und trotzdem zweifeln, ehrgeizig sein und trotzdem lieben.

Ein zentraler Rat lautet: „Dass ihr euch nie kleiner macht, damit andere sich größer fühlen.“ Render ermutigt ihre Töchter, sich Raum, Respekt, Gehalt und Aufmerksamkeit zu nehmen und einzufordern. Sie dürften lächeln, wenn ihnen danach sei, dankbar sein, aber nicht für Selbstverständlichkeiten.

Der Weltfrauentag als Erinnerung an erkämpfte Rechte

In ihrem Brief betont Render, dass der Weltfrauentag kein blumenberankter Feiertag mit Rabattcodes sei, sondern eine Erinnerung daran, dass Frauenrechte hart erkämpft wurden. Frauen vor uns hätten gestritten, protestiert und Türen eingetreten – oft unter Ausgrenzung und Diffamierung. Ihren Opfern verdankten wir heute das Recht zu wählen, zu studieren, Konten zu eröffnen oder Unternehmen zu führen.

„Freiheit fällt nicht vom Himmel. Wir müssen sie machen. Und sie selbst verteidigen“, schreibt die Autorin. Sie hoffe, dass ihre Töchter nie erbittert darum kämpfen müssten, wünsche ihnen aber, dass sie es könnten, falls nötig.

Frauen als Verbündete, nicht als Konkurrenz

Ein wichtiger Appell richtet sich gegen den oft schädlichen Wettbewerb unter Frauen. Render warnt ihre Töchter davor, sich in Vergleiche hineinziehen zu lassen – wer schaffe mehr, wer sei die bessere Mutter, wer könne das enge Kleid besser tragen. „Es gibt keinen Preis für Perfektion und Selbstkasteiung“, betont sie.

Stattdessen wünscht sie ihnen ehrliche Freundinnen, die sie größer machen, unterstützende Kolleginnen, die sie fördern, Männer ohne Angst vor starken Frauen und Liebespartner, die sie nicht kleinhalten, sondern mit ihnen wachsen. Gleichzeitig bittet sie ihre Töchter inständig, selbst solche wunderbaren Frauen zu sein.

Wert jenseits von Äußerlichkeiten und der Mut zur Wut

Render thematisiert auch den Druck durch äußere Erscheinung in einer Welt voller Filter und Vergleiche. Sie betont, dass der Wert ihrer Töchter nicht von ihrem Aussehen abhänge: „Schönheit ist kein Leistungsnachweis. Sie ist individuell.“ In ihren Augen seien ihre Töchter immer perfekt.

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Ein besonderer Rat betrifft den Umgang mit Wut: Mädchen lernten früh, nett zu sein, doch Wut sei kein Makel. „Ihr müsst Gemeinheiten nicht aushalten und schlucken. Schlagt zurück!“, ermutigt Render ihre Töchter. Sie sollten sich nicht einreden lassen, sie seien „zu sensibel“.

Ein Appell an Solidarität und Selbstbestimmung

Zum Abschluss ihres Briefes beschreibt Render, wie sie ihre Töchter heute sieht: als witzige, freche, zahnlückige Gefährtinnen, gefüllt mit Fantasie, Mut und reinster Liebe. Sie bewundere, wie selbstverständlich sie sich Räume nähmen, Fragen ohne Scham stellten und sich behaupteten.

Ihr letzter Rat lautet: „Seid klug. Seid laut, wenn es nötig ist. Seid solidarisch. Seid unbequem, wenn es gerecht ist. Seid zärtlich, wenn ihr wollt. Seid alles, was ihr sein möchtet.“ Vor allem aber sollten sie sich selbst verpflichtet sein und nicht den Erwartungen anderer.

Render schließt mit den Worten: „Meine kleinen Mäuse, ich bin so stolz auf euch. Nicht, weil ihr Mädchen seid. Sondern weil ihr ihr seid.“ Ein bewegendes Dokument mütterlicher Liege und gesellschaftlicher Reflexion zum Weltfrauentag.