Boizenburg startet Filmprojekt gegen Sexismus zum Internationalen Frauentag
Boizenburg: Filmprojekt gegen Sexismus zum Frauentag

Boizenburg startet Filmprojekt gegen Sexismus zum Internationalen Frauentag

Anlässlich des Internationalen Frauentages setzt die Stadt Boizenburg ein deutliches Zeichen gegen Sexismus und sexuelle Belästigung. Mit der Ausstellung „Gemeinsam gegen Sexismus“ im Rathaus sowie einem begleitenden Filmprojekt auf dem Marktplatz will die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Beate Benz, das Thema stärker in die öffentliche Wahrnehmung rücken und zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung anregen.

Reale Erfahrungen von Frauen werden sichtbar gemacht

Beate Benz beschreibt die Motivation hinter dem Projekt so: „Ich wollte keine klassische Ausstellungseröffnung mit ein paar Grußworten und einem Glas Saft. Mir ging es darum, das Thema wirklich in die Bevölkerung zu tragen.“ Daraus entstand die Idee, reale Erfahrungen von Frauen sichtbar zu machen und mit einer ungewöhnlichen filmischen Aktion zu verbinden.

Filmprojekt macht alltäglichen Sexismus hörbar

Bereits vor einigen Wochen hatte die Gleichstellungsbeauftragte Frauen aus der Region über soziale Medien dazu aufgerufen, anonym über ihre Erfahrungen mit Sexismus zu berichten. Die Resonanz sei deutlich gewesen, zahlreiche Frauen hätten ihre teils sehr eindrücklichen Erlebnisse geschildert, berichtet Beate Benz. Aus diesen anonymisierten Berichten entstand nun ein Film zum Frauentag, in dem Männer typische Aussagen und Situationen aus dem Alltag, dem Berufsleben oder dem öffentlichen Raum vorlesen. „Der Gedanke dahinter ist zu zeigen, dass das keine Einzelfälle sind“, erklärt Benz. „Es betrifft viele Frauen im Alltag und muss gesellschaftlich ernst genommen werden.“

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Neuer Ansatz der Aufklärung durch öffentliche Aktion

Der Dreh auf dem Marktplatz fand bereits am Sonntag vor dem Internationalen Frauentag statt. Ob viele Frauen erscheinen würden, sei im Vorfeld ungewiss gewesen. „Natürlich ist das ein sensibles Thema und es gehört Mut dazu, sich öffentlich dazu zu positionieren“, sagt Benz. „Aber selbst wenn weniger Frauen gekommen wären, hätten wir eine andere filmische Lösung gefunden. Wichtig war mir, dass das Thema sichtbar wird.“ Der fertige Film wird nun über soziale Medien verbreitet. Ziel sei es, möglichst viele Menschen zu erreichen und eine Diskussion anzustoßen.

Ausstellung informiert über Formen und Handlungsmöglichkeiten

Parallel zum Filmprojekt wurde im Rathaus die Ausstellung „Gemeinsam gegen Sexismus“ aufgebaut. Informationstafeln beleuchten:

  • Definitionen und Erscheinungsformen im Alltag
  • Sexismus in der Arbeitswelt und im öffentlichen Raum
  • Gesellschaftliche Folgen und Überschneidungen mit anderen Diskriminierungsformen
  • Konkrete Handlungsmöglichkeiten für Betroffene und Unterstützer

„Uns ist wichtig, nicht nur zu informieren, sondern auch zum Handeln zu ermutigen“, betont Beate Benz.

Anstoß für eine offene gesellschaftliche Debatte

Für Beate Benz ist das Projekt erst ein Anfang: Ausstellung und Film sollen Diskussionen anstoßen und Menschen ermutigen, über eigene Erfahrungen zu sprechen. „Sexismus betrifft uns alle. Darüber zu reden fällt vielen schwer, aber genau das ist notwendig“, sagt sie. Ziel sei eine offene gesellschaftliche Debatte, in der Diskriminierung erkannt, benannt und langfristig reduziert wird. Die Stadt Boizenburg zeigt mit dieser Initiative, wie lokales Engagement wichtige gesellschaftliche Themen voranbringen kann.

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