Von Klimaaktivismus zu feministischem Engagement: Kira Bönisch organisiert Demo in Berlin
Die bekannte Klimaaktivistin Kira Bönisch, die bisher vor allem durch ihr Engagement bei Fridays for Future in Erscheinung trat, hat jetzt eine neue politische Initiative gestartet. Gemeinsam mit dem neu gegründeten Bündnis Feminist Fight Club! hat sie für Sonntag eine Demonstration in Berlin angemeldet, die sich gegen sexualisierte digitale Gewalt richtet.
Solidarität mit Collien Fernandes und allen Opfern digitaler Gewalt
Die Demonstration mit dem Motto Gegen sexualisierte digitale Gewalt – Solidarität mit allen Opfern beginnt am Sonntagnachmittag um 16 Uhr am Brandenburger Tor. Das Bündnis hat 500 Teilnehmer angemeldet. Die Veranstaltung soll auf aktuelle Gesetzeslücken aufmerksam machen und sich insbesondere für ein Verbot von Porno-Deepfakes einsetzen.
Anlass für die Gründung des Bündnisses war der Spiegel-Bericht über Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes, die selbst Opfer digitaler Gewalt wurde und ihren Ex-Mann Christian Ulmen angezeigt hat. Fernandes, die nach letzten Informationen nicht persönlich vor Ort sein wird, hatte mit ihrer öffentlichen Stellungnahme die Debatte um digitale Gewalt gegen Frauen neu entfacht.
Das Bündnis Feminist Fight Club!
Laut Kira Bönisch besteht das Bündnis aktuell aus etwa 20 Menschen und wurde erst am vergangenen Freitag als Reaktion auf den Spiegel-Bericht gegründet. Das Nachrichtenmagazin hatte mit der Schlagzeile Du hast mich virtuell vergewaltigt über den Fall Fernandes berichtet und damit eine breite öffentliche Diskussion ausgelöst.
Wer ist Kira Bönisch?
Über die Aktivistin, die bisher eher regional in Erscheinung trat, ist öffentlich wenig bekannt. Sie arbeitet als studentische Hilfskraft im Bereich Kommunikation bei der Maecenata Stiftung, einem unabhängigen Think Tank zu Themen der Zivilgesellschaft. Bönisch hat ihren Bachelor in Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Interkulturelle Beziehungen an der Hochschule Fulda absolviert und studiert aktuell im Master Gender, Intersektionalität und Politik an der Freien Universität Berlin.
Seit mindestens fünf Jahren engagiert sich Bönisch in ihrer Freizeit bei Fridays for Future, trat auf früheren Demos als Rednerin auf und arbeitet ehrenamtlich mit Geflüchteten sowie obdach- und wohnungslosen Menschen. In einem Interview mit dem Magazin Mission Morgen erklärte sie im Juni vergangenen Jahres, warum sie trotz sinkender öffentlicher Aufmerksamkeit weiterhin Klimaaktivismus betreibt und von der Notwendigkeit gesellschaftlicher Veränderungen überzeugt ist.
Politische Bewegung im Entstehen
Die Demonstration am Sonntag markiert einen interessanten Entwicklungsschritt für die Aktivistin, die ihr Engagement von Umweltfragen auf feministische Themen ausweitet. Die Veranstaltung zeigt, wie digitale Gewalt gegen Frauen zunehmend als politisches Thema wahrgenommen wird und neue Bündnisse entstehen lässt. Die Kombination aus etablierter Klimaaktivistin und neuem feministischem Engagement könnte Signalwirkung für weitere politische Bewegungen haben.



