Königin Camilla schreibt bewegenden Brief an Gisèle Pelicot
In einer außergewöhnlichen Geste der Anerkennung hat die britische Königin Camilla einen persönlichen Brief an die Französin Gisèle Pelicot verfasst. Die Monarchin, die sich seit Jahren öffentlich gegen häusliche und sexuelle Gewalt engagiert, drückte darin ihre tiefe Bewunderung für Pelicots Mut, Anmut und Würde aus. Der Brief wurde mit ausdrücklicher Erlaubnis beider Frauen an die BBC weitergegeben und sorgt international für Aufmerksamkeit.
Eine feministische Ikone erhält königliche Anerkennung
Gisèle Pelicot wurde zur Symbolfigur des feministischen Widerstands, als sie darauf bestand, dass der Vergewaltigungsprozess gegen ihren Ehemann und Dutzende weitere Angeklagte öffentlich geführt wird. Fast ein Jahrzehnt lang war sie von ihrem Mann regelmäßig betäubt und an andere Männer zur Vergewaltigung übergeben worden. Ihr entschlossenes Auftreten vor Gericht veränderte das Narrativ rund um Schuld und Opferrolle nachhaltig.
In dem nun veröffentlichten Schreiben dankt Königin Camilla Pelicot ausdrücklich für alles, was sie getan hat. "Sie haben Frauen auf der ganzen Welt inspiriert", schreibt die Queen und betont, wie Pelicots Handeln die gesellschaftliche Debatte über sexualisierte Gewalt geprägt habe. Besonders berührend sind die persönlichen Worte: "Ich denke an Sie und bete für Sie und hoffe, dass Sie nun zur Ruhe kommen und sich von dieser Tortur erholen können."
Überraschte Reaktion und große Ehre
Gisèle Pelicot zeigte sich im Interview mit der BBC sichtlich bewegt von der königlichen Aufmerksamkeit. "Es ist eine große Ehre, dass die Queen mir geschrieben hat", erklärte die Französin. Sie betonte, dass sie trotz der weltweiten Resonanz auf ihre Geschichte niemals einen Brief aus dem britischen Königshaus erwartet hätte. Diese unerwartete Anerkennung von höchster Stelle unterstreicht die internationale Bedeutung ihres Kampfes für Gerechtigkeit.
Königin Camillas Engagement gegen geschlechtsspezifische Gewalt ist seit Jahren bekannt. Durch ihre öffentliche Stellungnahme und diesen persönlichen Brief setzt sie ein starkes Zeichen der Solidarität mit Überlebenden. Der Austausch zwischen der Monarchin und der Bürgerrechtlerin zeigt, wie gesellschaftliche Veränderungen durch mutiges Auftreten Einzelner angestoßen werden können – und wie wichtig Anerkennung für diese Pionierarbeit ist.



