Trump-Regierung entfernt Regenbogenflagge am Stonewall-Denkmal – Proteste in New York
Regenbogenflagge am Stonewall-Denkmal entfernt – Proteste

Trump-Regierung entfernt Regenbogenflagge am Stonewall-Denkmal – Proteste in New York

In einer neuen Eskalation des amerikanischen Kulturkampfes hat die Regierung von US-Präsident Donald Trump die Regenbogenflagge am historischen Stonewall National Monument in New York entfernen lassen. Das bunte Symbol der LGBTQ+-Bewegung hing jahrelang an einem Fahnenmast im kleinen Park im Szeneviertel Greenwich Village, direkt gegenüber der legendären Stonewall Inn Bar in der Christopher Street. Genau an diesem Ort hatten sich im Jahr 1969 Gäste gegen eine Polizeirazzia gewehrt – ein Ereignis, das allgemein als Geburtsstunde der modernen LGBTQ+-Bewegung angesehen wird.

Neue Richtlinien als Begründung

Der zuständige National Park Service rechtfertigt die Entfernung mit neuen behördlichen Vorgaben. Ein Memorandum vom 21. Januar erlaube im Wesentlichen nur noch das Hissen der US-Flagge, der Flagge des Innenministeriums sowie der POW/MIA-Flagge, die an amerikanische Kriegsgefangene und im Einsatz Vermisste erinnert. Die Regenbogenflagge falle nicht mehr unter diese erlaubten Symbole.

Empörung und Proteste in der LGBTQ+-Community

Die Entfernung der Flagge löste sofort wütende Proteste und scharfe Kritik aus. Der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani zeigte sich empört und betonte, dass New York der Geburtsort der modernen Bewegung für LGBTQ-Rechte sei. „Keine Tat der Auslöschung wird diese Geschichte jemals ändern oder zum Schweigen bringen können“, schrieb er auf der Plattform X. Die LGBTQ+-Aktivistin Ann Northrop nannte die Aktion einen „widerwärtigen Schlag ins Gesicht“.

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Manhattans Bezirkspräsident Brad Hoylman-Sigal, die erste offen LGBTQ+-Person in diesem Amt, bezeichnete die Entfernung als „kleinlich und böswillig“. Er warnte davor, die Symbolik zu unterschätzen: „Auf einer Ebene wirkt das Entfernen einer Flagge vielleicht banal. Aber die Symbolik, das ausgerechnet hier in Stonewall zu tun, ist zutiefst enttäuschend und beängstigend.“

Historischer Kontext und anhaltende Sichtbarkeit

Das Stonewall National Monument wurde im Jahr 2016 von Ex-Präsident Barack Obama eingerichtet. Bereits während Trumps erster Amtszeit hatte es Streit um die Regenbogenflagge gegeben. Aktivisten hatten jahrelang dafür gekämpft, dass das Symbol auch auf Bundesgelände dauerhaft sichtbar ist. Als die Flagge 2019 erstmals offiziell gehisst wurde, galt dies als historischer Moment. „Deshalb haben wir diese Flaggenhissungen veranstaltet – weil wir die nationale Anerkennung wollten“, erklärte Aktivistin Ann Northrop.

Ganz verschwunden ist der Regenbogen allerdings nicht: Direkt außerhalb des Parks weht weiterhin eine Flagge an einem städtischen Mast, und kleinere Banner hängen am Zaun. Doch die Entfernung vom offiziellen Denkmal wird als symbolischer Akt gewertet.

Weitere Maßnahmen der Trump-Regierung

Kurz nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus hatte Trump erklärt, seine Regierung werde nur zwei Geschlechter anerkennen. Parallel dazu wurden Hinweise auf Transgender-Personen von der Website des Denkmals entfernt. Die Regierung ließ zudem Informationsmaterialien in Nationalparks und Museen überprüfen, wobei alles, was „Amerikaner in Vergangenheit oder Gegenwart in unangemessener Weise herabsetzen“ könnte, geändert oder gestrichen werden soll.

Ob auch in anderen Nationalparks Flaggen eingeholt wurden, dazu wollte sich der Park Service nicht äußern. Stattdessen hieß es lediglich: „Das Stonewall National Monument bewahrt und vermittelt weiterhin die historische Bedeutung des Ortes durch Ausstellungen und Programme.“

Unterstützer und Stadtratsmitglieder planen bereits Kundgebungen, und einige Politiker kündigten an, die Regenbogenflagge wieder hissen zu wollen. Der Konflikt um das symbolträchtige Denkmal scheint damit neu entfacht.

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