Streamerin Rose Mondy krönt sich zur neuen Miss Germany
In einem spannenden Finale in München hat sich Rose Mondy aus Herne gegen acht starke Konkurrentinnen durchgesetzt und den Titel "Miss Germany" 2026 gewonnen. Die 26-jährige Streamerin, die auf der Plattform Twitch regelmäßig Videospiele wie "Minecraft" oder "Fortnite" präsentiert, nutzt ihre Reichweite auch, um über wichtige gesellschaftliche Themen zu sprechen.
Von der Gaming-Streamerin zur Titelträgerin
Rose Mondy zeigt in ihren Streams nicht nur ihr Gaming-Talent, sondern thematisiert offen ihre eigenen Sprachprobleme und berichtet von Alltagsrassismus, den sie als Kind syrischer Eltern in Deutschland erlebt hat. "Ich zeige, dass man nicht perfekt sein muss, um Erfolg zu haben", erklärte die neue Titelträgerin nach ihrem Sieg gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Mit dieser Haltung gewann sie zunächst die Kategorie "Female Mover", in der Frauen ausgezeichnet werden, die sich in traditionellen Männerdomänen behaupten.
Starke Konkurrenz im Finale
Insgesamt hatten sich 2.600 Frauen für den Wettbewerb beworben, wie die Miss Germany Studios als Veranstalter mitteilten. Neun Kandidatinnen schafften es ins Finale, wo sie in drei verschiedenen Kategorien gegeneinander antraten. Neben Rose Mondy erreichten die Top-Drei-Plätze Anne Bäumler (36) aus Assenheim in Hessen, die bei einer Drogeriekette ein Team von über 800 Mitarbeitenden führt, sowie die 31-jährige Biologin Amelie Reigl aus Würzburg, die menschliche Haut im Labor züchtet, um Tierversuche zu reduzieren.
Besondere Aufmerksamkeit erregten die Finalistinnen Büsra Sayed (27), die ein Modelabel für Frauen mit traditionellem Kopftuch Hijab gegründet hat, und Amina Ben Bouzid (28) aus Wiesbaden, die von Frauen geführte Marken beim Wachstum unterstützt. Beide trugen als erste Finalistinnen in der Geschichte des Wettbewerbs Kopftuch und setzten damit ein deutliches Zeichen für Vielfalt und Inklusion.
Wandel des Wettbewerbs
Der Miss Germany Award, der im kommenden Jahr sein 100-jähriges Jubiläum feiert, hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Längst geht es nicht mehr primär um äußere Schönheit, sondern um die Auszeichnung von Frauen, "die Zukunft gestalten, entwickeln" und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Der Veranstalter betonte: "Man suche nicht nach den nächsten Beauty-Influencerinnen, sondern nach zukünftigen Dax-Vorständinnen und erfolgreichen Gründerinnen."
Nachfolge einer innovativen Ärztin
Rose Mondy tritt die Nachfolge von Valentina Busik an, die als Ärztin mit Künstlicher Intelligenz arbeitet und die Digitalisierung im deutschen Gesundheitssystem vorantreiben will. Busik entwickelte einen Avatar, der medizinischen Fachjargon rund um die Uhr in 40 Sprachen und Gebärdensprache übersetzen soll. Mit Rose Mondy setzt sich nun erneut eine Frau durch, die moderne Medien nutzt, um gesellschaftliche Diskurse anzustoßen und Barrieren zu überwinden.
Der Sieg der Streamerin markiert einen weiteren Schritt in der Entwicklung des Wettbewerbs hin zu mehr Diversität und der Anerkennung unterschiedlicher Lebenswege und Karrieren. Rose Mondy verkörpert mit ihrem Erfolg das neue Selbstverständnis von Miss Germany: Frauen, die mit Mut, Engagement und innovativen Ansätzen die Gesellschaft mitgestalten.



