Thüringen: Frauen verdienen fünf Prozent weniger als Männer
Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern ist in Thüringen deutlich geringer ausgefallen als im Bundesdurchschnitt. Laut dem Statistischen Landesamt verdienten Frauen im Freistaat im vergangenen Jahr durchschnittlich fünf Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Damit liegt Thüringen deutlich unter dem bundesweiten Wert von 16 Prozent.
Positive Entwicklung in Thüringen
Die Verdienstlücke in Thüringen hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar noch verringert. Sie sank von sechs auf fünf Prozent, was eine positive Entwicklung darstellt. Diese Zahlen beziehen sich auf den unbereinigten Gender Pay Gap, der den durchschnittlichen Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern beschreibt, ohne strukturelle Faktoren wie Qualifikation oder Beschäftigungsumfang zu berücksichtigen.
Konkrete Zahlen und Ursachen
Frauen in Thüringen verdienten im Jahr 2025 durchschnittlich 21,32 Euro brutto pro Stunde. Das sind 1,09 Euro weniger als Männer im gleichen Zeitraum. Das Statistische Landesamt nennt als wesentliche Ursache für diese Unterschiede die höhere Teilzeitquote von Frauen. Während Männer im Monat durchschnittlich 155 Stunden einer bezahlten Arbeit nachgingen, waren es bei Frauen nur 134 Stunden.
Ost-West-Unterschiede und Equal Pay Day
Generell ist die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in den ostdeutschen Bundesländern niedriger als in den westlichen Bundesländern. Thüringen bestätigt mit seinen Zahlen diesen Trend. Mit dem Equal Pay Day am Freitag soll auf diese langjährigen Ungleichheiten in der Bezahlung aufmerksam gemacht werden. Der Tag markiert symbolisch den Zeitpunkt im Jahr, bis zu dem Frauen rechnerisch „umsonst“ gearbeitet haben, während Männer bereits seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden.
Bedeutung der Zahlen
Die aktuellen Daten zeigen, dass Thüringen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt besser dasteht, aber dennoch weiterhin Handlungsbedarf besteht. Die Verringerung der Lohnlücke von sechs auf fünf Prozent ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch die grundsätzliche Ungleichheit bleibt bestehen. Die Diskussion um faire Bezahlung und gleiche Chancen am Arbeitsmarkt wird durch solche Statistiken regelmäßig neu entfacht.



