13-fache Mutter vor Gericht: 2.960 Euro Miete nicht gezahlt
13-fache Mutter vor Gericht: 2.960 Euro Miete ausstehend

In Bernburg sorgt ein ungewöhnlicher Fall für Aufsehen: Eine 13-fache Mutter und ihr Lebensgefährte, der derzeit in der JVA Volkstedt eine Haftstrafe verbüßt, stehen wegen ausstehender Mietzahlungen vor Gericht. Der Vermieter fordert 2.960 Euro. Die Verhandlung am Amtsgericht Bernburg wurde am Donnerstag fortgesetzt.

Vermieter berichtet von fehlenden Zahlungen

Der 45-jährige Vermieter gab im Zeugenstand an, bisher keinen Cent der ausstehenden Miete erhalten zu haben. „Ich habe bisher noch keinen einzigen Cent gesehen“, sagte er. Die Staatsanwältin Löser verlas die Anklageschrift, die einen Schaden von 2.960 Euro beziffert.

Widersprüche im Mietverhältnis

Der Lebensgefährte der Angeklagten habe plötzlich eine Wohnung benötigt. Der Mietvertrag sollte zwischen dem 17. Oktober und 15. November 2024 abgeschlossen worden sein und bis April 2025 gelten. Doch an das genaue Datum konnte sich niemand erinnern, zumal die Schriftstücke widersprüchlich waren. Die Angeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Volker Herbst, beteuerte, niemals in die Wohnung eingezogen zu sein. Ihr Name stand jedoch auf dem Mietvertrag.

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Angeklagte behauptet Ratenzahlung

Die 33-jährige Angeklagte, die in Könnern lebt, gab an, sie habe gehofft, dass das Jobcenter die Miete übernimmt, was jedoch nicht genehmigt wurde. Sie wolle den Schaden in Raten abzahlen: In den letzten sechs Monaten habe sie jeweils 100 Euro an den Sohn des Vermieters und eine weitere Person gezahlt. Der Vermieter bestritt dies jedoch: „Ich habe keine Ratenzahlungsvereinbarung mit der Angeklagten.“

Vermieter kannte finanzielle Situation

Strafrichter André Stelzner fragte den Vermieter, warum er einen Mietvertrag mit Personen ohne Bonität abschließe. Der Vermieter erklärte, er kenne den Angeklagten und habe ihm vertraut, da dieser Aufträge stets zu seiner Zufriedenheit erfüllt habe. „Ich wurde immer wieder vertröstet“, so der Geschädigte. Die Immobilie sei schwer zu vermieten gewesen, das Haus habe zwei Jahre leer gestanden. „Mir waren die finanziellen Verhältnisse bekannt. Aber es gibt so einen Spruch: passender Mieter zur passenden Immobilie“, sagte der 45-jährige Bernburger, der seit 15 Jahren in diesem Geschäft tätig ist. Das Gebäude wurde um 1600 erbaut, die Heizungsanlage ist über 30 Jahre alt.

Fortsetzungstermin anberaumt

Nach einem Rechtsgespräch zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und den Verteidigern Volker Herbst und Sven Tamoschus wurde ein Fortsetzungstermin für den 7. Mai um 8 Uhr festgelegt. Dann soll geklärt werden, ob die Angeklagte tatsächlich Zahlungen geleistet hat.

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