Massiver Fund bei koordinierter Razzia gegen Sozialbetrug
Bei einer großangelegten Kontrollaktion gegen organisierten Sozialleistungsmissbrauch in Nordrhein-Westfalen ist die Polizei auf einen erstaunlichen Fund gestoßen. In einem Keller einer durchsuchten Schrottimmobilie in Duisburg entdeckten Beamte kistenweise teures Swimmingpool-Equipment. Insgesamt 176 originalverpackte Pool-Roboter mit einem geschätzten Wert im niedrigen sechsstelligen Bereich wurden sichergestellt.
Verdacht auf Hehlerware in Problem-Immobilie
Aufgrund der großen Menge und fehlender Eigentumsbelege geht die Polizei davon aus, dass es sich bei den Geräten, die für die Reinigung von Swimmingpool-Anlagen genutzt werden, um Diebesgut handelt. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, wo die Ware gestohlen wurde und wer den Kellerraum genutzt hat. Für den Abtransport der umfangreichen Ladung war sogar ein Lastkraftwagen notwendig.
Großaufgebot durchsucht Problem-Immobilien im Ruhrgebiet
Am frühen Mittwochmorgen hatten mehr als 300 Beamte von Polizei und Zoll sowie Mitarbeiter von Ordnungsämtern, Jobcentern und Jugendämtern sogenannte Problem-Immobilien in Duisburg und in elf weiteren Städten des Ruhrgebiets sowie im Bergischen Land durchsucht. Die vom nordrhein-westfälischen Landesbauministerium koordinierte Aktion zielte darauf ab, systematischen Sozialleistungsmissbrauch und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse aufzudecken.
Durch die Kontrollen in den heruntergekommenen Wohnungen wollen die Behörden gegen das Geschäftsmodell krimineller Drahtzieher vorgehen. Bei den zeitgleich stattfindenden Razzien waren auch die nordrhein-westfälische Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) und Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) vor Ort.
Kriminelle Geschäftsmodelle aufdecken
Ziel der Aktion sei es, „Geschäftsmodelle auf dem Rücken von sozialleistungsbeziehenden Menschen zu unterbinden“, erläuterte Ministerin Scharrenbach. „Im Hintergrund stehen Täter, die die Leute beispielsweise aus Südosteuropa hierherlocken, Arbeitsverträge fingieren, die Menschen in heruntergekommenen Problem-Immobilien hausen lassen und von diesen auch noch völlig überzogene Gelder abkassieren“, ergänzte Minister Laumann.
Die verwahrlosten Immobilien würden sich zudem negativ auf das Wohnumfeld, die kommunale Infrastruktur und den Wohnungsmarkt auswirken, betonte die Bauministerin. Die beschlagnahmten Pool-Roboter stellen nun einen weiteren Beweis für die kriminellen Aktivitäten in diesem Milieu dar und werden aktuell von den Ermittlungsbehörden ausgewertet.



