Brandenburger AfD zeigt Verständnis für rassistische Parolen auf Teenager-Party
AfD Brandenburg: Verständnis für rassistische Party-Parolen

Brandenburger AfD relativiert rassistische Gesänge auf Jugendparty

In Falkenberg/Elster hat eine Teenager-Party für bundesweite Empörung gesorgt, nachdem mehrere Jugendliche zu dem Partylied „L'Amour toujours“ rassistische Parolen angestimmt hatten. Auf einem viral gegangenen Instagram-Video ist deutlich zu hören, wie mehrfach „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ gerufen wird. Während Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und der Landesbischof Christian Stäblein sich fassungslos zeigten, äußerte sich die AfD-Landtagsfraktion mit unerwartetem Verständnis für die Vorfälle.

AfD-Politiker Hohloch nennt staatliche Reaktion „lächerlich“

Der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion, Dennis Hohloch, der auch als Bildungspolitiker und Mitglied im Bundesvorstand der Partei agiert, kritisierte die öffentliche Aufregung als maßlos übertrieben. „Da rastet unser Ministerpräsident mal so richtig aus, wenn dieses Lied gespielt wird und ein paar Jugendliche in Brandenburg, wenn sie feiern gehen, mal ein paar Sätze sagen, die vielleicht nicht jeder schön finden muss“, erklärte Hohloch in einer Stellungnahme. Er betonte, dass solche Äußerungen „sicherlich kein Grund dafür sind, dass jetzt der Staatsschutz eingeschaltet werden muss“ und bezeichnete die Ermittlungen als „lächerlich“.

Ministerpräsident Woidke zeigt sich entsetzt und fordert Zivilcourage

Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke reagierte umgehend auf die Vorfälle und postete auf Instagram: „Jugendliche grölen Naziparolen und keiner greift ein. Wir dürfen dazu niemals schweigen!“ Seine Fassungslosigkeit teilte der Landesbischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein, der sich zutiefst erschüttert über die rassistischen Gesänge zeigte. Der Staatsschutz hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen, um die Hintergründe der Vorfälle aufzuklären und mögliche rechtliche Konsequenzen zu prüfen.

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AfD-Fraktion sieht Ursache in schulischen Missständen

Die AfD-Landtagsfraktion begründete ihr Verständnis für die Jugendlichen mit angeblichen Versäumnissen der Landesregierung. „Warum singen die Jugendlichen denn so was? Weil sie eben mit dieser schlimmen Situation in den Schulen konfrontiert werden und die Regierung nicht in der Lage und nicht willens ist, die Situation für diese Kinder und für diese Jugendlichen zu verbessern“, argumentierte Hohloch. Er riet Ministerpräsident Woidke, „einen Ton zurückzufahren“, und verwies darauf, dass es sich um eine Party mit Alkoholkonsum und Minderjährigen handele.

Club-Betreiber kündigt Konsequenzen an

Der Betreiber der Teenie-Disco in Falkenberg/Elster bedauerte die Vorfälle zutiefst und kündigte an, künftig besser vorbereitet zu sein. Er erklärte, dass das Lied zweimal abgespielt worden sei und man in Zukunft DJs gezielt schulen wolle, um schneller auf derartige Situationen reagieren zu können. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass ähnliche Vorkommnisse in seinen Räumlichkeiten zukünftig verhindert werden.

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