Bank-Schließfächer in Stuhr geplündert: Kunden fürchten um ihre Ersparnisse
Bank-Schließfächer in Stuhr geplündert: Kunden besorgt

Bank-Schließfächer in Stuhr bei Bremen geplündert: Kunden fürchten um ihre Ersparnisse

Ein erneuter Einbruch in eine Bankfiliale erschüttert die Region: Unbekannte Täter drangen in der Mittagspause in eine Volksbank im niedersächsischen Stuhr bei Bremen ein und plünderten 14 Schließfächer. Der Vorfall erinnert an spektakuläre Fälle wie den Millionencoup in Gelsenkirchen, doch die Beute dürfte hier geringer ausfallen. Betroffene Kunden äußern sich bestürzt über den Verlust persönlicher Wertgegenstände.

Zielgerichteter Einbruch während der Mittagspause

Laut Polizeiangaben nutzten die Täter die Zeit zwischen 12 und 14 Uhr am vergangenen Freitag für ihren Coup. Sie drangen über einen Lichtschacht in den Keller der Bankfiliale ein, steuerten zielgerichtet den Raum mit den Schließfächern für Privatkunden an und brachen gewaltsam die Tür auf. Insgesamt wurden 14 von 718 vorhandenen Schließfächern aufgebrochen und geplündert. „Alle anderen Fächer sind unversehrt“, teilte die Bank mit.

Ein Polizeisprecher erklärte: „Zu den Inhalten können wir nichts sagen, weil wir auch nicht wissen, was die Bankkunden da platziert haben.“ Die Bank müsse zunächst die Geschädigten befragen, um die Höhe der Einlagen zu ermitteln. Von den betroffenen Kunden, die die 14 Schließfächer gemietet hatten, seien bereits alle informiert worden. Bis Sonntagnachmittag habe man etwa 70 Prozent der weiteren Schließfachbesitzer erreicht.

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Polizei sucht nach Zeugen und Spuren

Bisher gibt es keine konkreten Hinweise auf die Täter. Zeugenberichten zufolge könnte es sich um drei Männer handeln, die blaue Overalls trugen und vermutlich mit einem schwarzen Auto flüchteten. Die Polizei sucht intensiv nach Zeugen und hat bereits Nachbarn befragt. „Wir haben schon Klinken geputzt“, sagte der Polizeisprecher am Sonntag. Der Aufruf richtet sich auch an Anwohner, die Überwachungskameras installiert haben und möglicherweise Aufnahmen vom Tatzeitpunkt besitzen.

Interessant ist der Fund einer unbekannten Flüssigkeit mit beißendem Geruch an Türen im Keller. Die Feuerwehr rückte mit 87 Einsatzkräften aus, darunter ein Trupp mit Chemieschutzanzügen, der Messungen durchführte. Eine Gesundheitsgefahr bestand nicht. Der Polizeisprecher vermutet, dass die Flüssigkeit als Ablenkungsmanöver diente, um die Arbeit der Beamten zu verzögern oder Spuren zu verwischen.

Betroffene Kunden äußern Entsetzen und Wut

Vor der Bankfiliale herrschte am Tag nach dem Einbruch eine gedrückte Stimmung. Klaus Hriesik, der mit seiner Frau vor dem Gebäude ausharrte, sagte: „Arg ist es schon, weil die Ersparnisse da drin sind, für den späten Lebensabend.“ Seine Frau Irene Hriesik ergänzte: „Es sind da auch Schmuckstücke drin. Die bekomme ich ja nicht wieder. Das sind Teile von meiner Mutter oder von meiner Schwiegermutter, und das ist natürlich mehr als ärgerlich.“

Eine andere Kundin zeigte sich wütend: „Ich bin eigentlich sauer. Die Leute haben ihre Ersparnisse da. Das Vertrauen ist hin.“ Sie fragte sich, wie die Täter in der Mittagspause unbeobachtet eindringen konnten und warum die Bank ihr Sicherheitskonzept nach dem Einbruch in Gelsenkirchen nicht verschärft habe.

Vergleich mit früheren Fällen und Reaktion der Bank

Der Vorfall erinnert an spektakuläre Einbrüche der jüngeren Vergangenheit. Ende Dezember hatten sich Täter in Gelsenkirchen über mehrere Tage Zugang zu einem Tresorraum verschafft und mehr als 3.000 Schließfächer geplündert, wobei die Beute im Millionenbereich lag. Auch in Wilhelmshaven waren Ende Januar Schließfächer einer Sparkasse aufgebrochen worden.

Die Volksbank wies Vorwürfe mangelnder Sicherheit zurück. Eine Mitarbeiterin betonte: „Unsere Sicherheits- und Schutzvorkehrungen entsprechen den aktuellen, banküblichen Standards und werden regelmäßig überprüft.“ Dazu zählten sowohl bauliche als auch organisatorische Maßnahmen. Am Montag solle der Betrieb in der Geschäftsstelle normal weitergehen.

Doch Kunde Klaus Hriesik hat dafür kein Verständnis: „Am helllichten Tag mittags steigen die kleinen Gangster hier ein. Das Ganze kann man nur als grob fahrlässig betrachten.“ Die Polizei ermittelt weiter und hofft auf Zeugenhinweise, um die Täter zu fassen.

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