Bankeinbruch in Stuhr: 14 Schließfächer geplündert - Kunden fürchten um Ersparnisse
Bankeinbruch Stuhr: 14 Schließfächer geplündert

Bankeinbruch in Stuhr: 14 Schließfächer geplündert - Kunden fürchten um Ersparnisse

In einer Volksbankfiliale im niedersächsischen Stuhr bei Bremen haben Unbekannte am helllichten Tag 14 Schließfächer aufgebrochen und geplündert. Die Tat ereignete sich während der Mittagspause zwischen 12 und 14 Uhr, als die Täter über einen Lichtschacht in den Keller eindrangen und zielgerichtet zum Tresorraum vordrangen. Viele Bankkunden wissen noch nicht, ob ihre persönlichen Wertgegenstände betroffen sind und fürchten um ihre Ersparnisse.

Polizei steht vor Rätsel - Täter nutzten Mittagspause

Die Polizei steht vor einem Rätsel: Wer sind die Täter und wie hoch ist die Beute? „Zu den Inhalten können wir nichts sagen“, erklärt ein Polizeisprecher am Samstagmittag. „Weil wir auch nicht wissen, was die Bankkunden da platziert haben.“ Insgesamt befinden sich in dem Raum 718 Schließfächer - nur 14 wurden aufgebrochen. Die Beamten vermuten, dass die Täter nicht genug Zeit für weitere Fächer hatten, da nach der Mittagspause eine Mitarbeiterin den Einbruch entdeckte.

Die Täter nutzten ein ausgeklügeltes Vorgehen: Sie brachen gewaltsam die Tür zum Tresorraum auf und leerten gezielt ausgewählte Fächer. Laut Zeugenangaben könnte es sich um drei Einbrecher handeln, die blaue Overalls trugen und vermutlich mit einem schwarzen Auto flüchteten. Die Polizei sucht intensiv nach weiteren Zeugen und bittet um Hinweise zu den Tätern und dem Fluchtwagen.

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Beißender Geruch als Ablenkungsmanöver

Besonders auffällig war ein „ganz beißender Geruch“, den die Mitarbeiterin im Keller feststellte. Die Feuerwehr rückte mit 87 Kräften aus, darunter ein Trupp mit Chemieschutzanzügen und Atemschutz, der Messungen durchführte. An Türen wurde eine unbekannte Flüssigkeit entdeckt, die jedoch keine Gesundheitsgefahr darstellte.

Der Polizeisprecher geht davon aus, dass die Flüssigkeit mit dem starken Geruch wahrscheinlich nur ein Ablenkungsmanöver war. „Manche Täter wollen so die Arbeit der Beamten verzögern oder ihre Spuren verwischen“, erklärt er. Der Hausmeister stellte schließlich eindeutige Einbruchspuren fest - Türen, die normalerweise verschlossen sein sollten, standen offen.

Kunden zwischen Wut und Verzweiflung

Vor der verlassenen Filiale harren verzweifelte Kunden aus, die auf Informationen warten. Klaus Hriesik, der mit seiner Frau vor der Bank ausharrt, bringt die Stimmung auf den Punkt: „Arg ist es schon, weil die Ersparnisse da drin sind, für den späten Lebensabend.“ Seine Frau Irene Hriesik, Besitzerin eines Schließfachs, fügt hinzu: „Es sind da auch Schmuckstücke drin. Die bekomme ich ja nicht wieder. Das sind Teile von meiner Mutter oder von meiner Schwiegermutter und das ist natürlich mehr als ärgerlich.“

Die Ungewissheit ist für viele Betroffene schwer auszuhalten. Stephan Drettmann, ein weiterer Schließfachbesitzer, steht vor der Filiale und hofft auf mehr Informationen: „Ist eine etwas schwierige Situation. Es ist auch nicht so ganz unerheblich, was dann weg wäre.“ Eine andere Kundin schüttelt aufgebracht den Kopf: „Ich bin eigentlich sauer. Die Leute haben ihre Ersparnisse da. Das Vertrauen ist hin.“

Erinnerungen an Gelsenkirchen - Bank weist Vorwürfe zurück

Der Fall erinnert viele an den spektakulären Bankeinbruch in Gelsenkirchen Ende Dezember, bei dem Einbrecher über mehrere Tage hinweg mit einem Spezialbohrer Zugang zu einem Tresorraum verschafften und mehr als 3.000 Schließfächer aufbrachen. Die Beute belief sich damals auf Geld, Schmuck und Wertgegenstände in Millionenhöhe.

Kritische Stimmen fragen, warum die Bank ihr Sicherheitskonzept nach dem Einbruch in Gelsenkirchen nicht verschärft habe. Die Bank weist diese Vorwürfe jedoch entschieden von sich: „Unsere Sicherheits- und Schutzvorkehrungen entsprechen den aktuellen, banküblichen Standards und werden regelmäßig überprüft“, betont eine Mitarbeiterin der Filiale. „Dazu zählen sowohl bauliche als auch organisatorische Maßnahmen.“ Am Montag soll der Betrieb in der Geschäftsstelle normal weitergehen.

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Die Bank hat eine Hotline eingerichtet und verspricht, alle Betroffenen noch am Wochenende persönlich zu informieren. Die Polizei verzeichnet zahlreiche Anrufe besorgter Kunden, die in erster Linie die totale Sorge haben, dass ihr persönliches Schließfach angegangen wurde. Anwohner werden gebeten, ihre Überwachungskameras zu überprüfen, um mögliche Hinweise auf die Täter zu liefern.